Kölner Sängerin in Türkei-Haft: Politiker fordert Freilassung

Köln/Berlin/Istanbul – Seit zwei Jahren ist eine Kölner Sängerin in der Türkei wegen Terrorverdacht in Haft. Jetzt fordert ein deutscher Politiker ihre Freilassung.

Die Kölner Sängerin Hozan Cane (49) sitzt seit zwei Jahren in der Türkei in Haft. (Bildmontage)
Die Kölner Sängerin Hozan Cane (49) sitzt seit zwei Jahren in der Türkei in Haft. (Bildmontage)  © 123rf/Josef Kubeš / --/Management/dpa

Der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Schwabe (49), fordert die türkischen Behörden dazu auf, die Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane (49) aus der Haft zu entlassen. Das sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Cane ist seit Sommer 2018 im westtürkischen Edirne inhaftiert und war im November 2018 wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. 

Der Fall wird am Donnerstag in Edirne neu verhandelt, weil ein Berufungsgericht zuvor entschieden hatte, dass es keine klaren Beweise für den Vorwurf gebe. Die Anklage hatte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen gestützt.

Schwabe wertete die Verhaftung und Verurteilung der Sängerin als politisch motiviert. Cane sei unschuldig und müsse auch aus humanitären Gründen entlassen werden. Sie sei im Gefängnis unter anderem einer größeren Gefahr ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Außerdem sei die Situation psychisch belastend für die Sängerin.

Deutsche Regierung will diplomatische Lösung finden

Schwabe hat im Rahmen des Programms "Parlamentarier schützen Parlamentarier" eine Patenschaft für Cane übernommen und wird am Donnerstag zur Prozessbeobachtung in die Türkei reisen.

Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Bundesregierung bemüht sich um eine diplomatische Lösung des Falls.

Titelfoto: 123rf/Josef Kubeš / --/Management/dpa

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