Konflikt mit Hisbollah: Israel verstärkt Truppen im Norden

Beirut/Tel Aviv - Im sich zuspitzenden Konflikt zwischen Israel und der islamistisch-schiitischen Partei und Miliz Hisbollah will der Libanon den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einschalten. 

Israelische Soldaten bewegen sich in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze über eine Gebirgsstraße.
Israelische Soldaten bewegen sich in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze über eine Gebirgsstraße.  © Ayal Margolin/JINI/XinHua/dpa

Das Kabinett in Beirut beschloss am Dienstag, eine Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat gegen Israel einzulegen, wie das libanesische Präsidialamt bei Twitter mitteilte. 

Regierungschef Hassan Diab warf Israel vor, die Souveränität des Libanon verletzt zu haben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schickte unterdessen Drohungen an die Hisbollah. 

Die angespannte Lage an der israelisch-libanesischen Grenze war am Montag gefährlich eskaliert. 

Israels Militär hatte nach eigenen Angaben das Feuer auf eine Gruppe von Hisbollah-Kämpfern eröffnet und sie daran gehindert, nach Israel vorzudringen. Dabei seien auch Schusswaffen, Panzer und Artillerie zum Einsatz gekommen. 

Die in Deutschland verbotene Schiitenmiliz Hisbollah dementierte die Berichte derweil - obwohl Hisbollah-Kreise zunächst einen Angriff bestätigt hatten.

Blauhelme überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel

Benjamin Netanjahu (70), Ministerpräsident von Israel, gibt im israelischen Verteidigungsministerium eine Erklärung ab.
Benjamin Netanjahu (70), Ministerpräsident von Israel, gibt im israelischen Verteidigungsministerium eine Erklärung ab.  © Tal Shahar/Yediot Ahronot/dpa

Die UN-Friedenstruppen im Libanon (Unifil) begannen eine Untersuchung zu dem Vorfall. Dabei sollten "Fakten und Umstände" geklärt werden, sagte Unifil-Sprecher Andrea Tenenti der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Team ist bereits vor Ort, um die Untersuchung zu beginnen." 

Die Blauhelme überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel.

Israels Ministerpräsident Netanjahu besuchte am Dienstag das für den Norden des Landes zuständige Kommando des Militärs. Dort traf er unter anderem mit Generalstabschef Aviv Kochavi zusammen. 

Nach den Beratungen sagte der 70-Jährige: "Wir werden alles tun, was nötig ist, um uns zu verteidigen, und ich empfehle der Hisbollah, diesen simplen Fakt zu beachten. Israel ist bereit für jedes Szenario." 

Das israelische Militär kündigte weitere Verstärkung für das Nord-Kommando an, unter anderem mit Spezialeinheiten.

Titelfoto: Ayal Margolin/JINI/XinHua/dpa

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