"Arbeit liegt auf der Straße": CDU-Mann Baldauf will Arbeitspflicht für Dauerarbeitslose

Mainz - Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf (54) hat sich für eine Arbeitspflicht bei Langzeitarbeitslosigkeit ausgesprochen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf (54) fordert eine Arbeitspflicht für diejenigen, die schon seit längerer Zeit ohne Job sind.
CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf (54) fordert eine Arbeitspflicht für diejenigen, die schon seit längerer Zeit ohne Job sind.  © dpa/Andreas Arnold

"Wer langjährig staatliche Transferleistungen bezieht, sollte zu einer Gegenleistung in Form gemeinnütziger Arbeit verpflichtet werden können", sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die von der dänischen Regierung geplante "Aktivitätspflicht" für Langzeitarbeitslose könne durchaus ein Modell auch für Deutschland sein.

"Auch in unseren Städten und Dörfern liegt die Arbeit buchstäblich auf der Straße", sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion. Bei einer solchen Verpflichtung gehe es nicht um eine Sanktionierung, sondern vielmehr um "Hilfe zur Wiedereingliederung".

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Je länger die Entwöhnung vom Arbeitsmarkt dauere, desto schwerer falle es den Betroffenen, in ein geregeltes Arbeitsleben zurückzukehren. "Wenn sich in unseren Gemeinden Rentner zusammenschließen, um Parkbänke zu reparieren, Spielplätze zu pflegen oder schlichtweg Müll zu sammeln, dann kann man das auch von Langzeitarbeitslosen verlangen", fügte Baldauf hinzu.

Der Vorstoß der dänischen Regierung, Arbeitslose mit "Integrationsbedarf" zur Arbeit zu zwingen, hat in der vergangenen Woche zu einer heftigen innenpolitischen Kontroverse geführt.

Liegt die Arbeit tatsächlich "buchstäblich auf der Straße", so wie es Baldauf Glauben machen möchte? (Symbolbild)
Liegt die Arbeit tatsächlich "buchstäblich auf der Straße", so wie es Baldauf Glauben machen möchte? (Symbolbild)  © dpa/Julian Stratenschulte

Nach dänischem Vorbild? CDU-Fraktionschef Christian Baldauf will Ende der Dauer-Arbeitslosigkeit

Am Dienstag hatte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (43) ein Reformpaket vorgestellt, das unter anderem eine "Aktivitätspflicht" für Langzeitarbeitslose vorsieht. Als Gegenleistung für Sozialleistungen sollen sie 37 Stunden in der Woche arbeiten.

Als Beispiel wurde Müllsammeln am Strand genannt. Die Maßnahme zielt vor allem auf Zuwanderer ab, die nur schwer in den Arbeitsmarkt finden.

Titelfoto: Montage: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa, DPA/Andreas Arnold

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