"Kein Lager voller infizierter Flüchtlinge": AfD-Politikerin mit NS-Hetze auf Facebook?

Volkmarsen/Mengeringhausen - Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus auch in den hessischen Flüchtlings- und Erstaufnahmeeinrichtungen besser in den Griff zu bekommen, reaktivierte die Landesregierung die Unterkunft in Mengeringhausen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Dies lieferte wohl den Anlass für einen mehr als fragwürdigen Facebook-Post der AfD-Politikerin Claudia Papst-Dippel.

AfD-Politikerin Claudia Papst-Dippel.
AfD-Politikerin Claudia Papst-Dippel.  © Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons

"Kein Lager voller infizierter Flüchtlinge", betitelte das 57-jährige Mitglied des hessischen Landtages ihren Social-Media-Beitrag vom Freitag (27. März). Papst-Dippel sieht in der Wiederaufnahme von Flüchtlingen in der 2016 kurz nach Fertigstellung aufgegebenen Einrichtung den Hintergrund, dort ausschließlich mit dem Coronavirus infizierte Menschen aufzunehmen.

Zumindest zog sie diesen Schluss aus der Äußerung von Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (46, Grüne), der bekanntgegeben hatte, dass dieser Schritt eingeleitet wurde, um "die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Infektionsketten zu unterbrechen".

Die AfD-Politikerin befürchtet, dass neben den bislang vier offiziell bestätigten Coronavirus-Fällen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (TAG24 berichtete) noch viele weitere hinzukommen könnten, die letztlich allesamt in Mengeringhausen untergebracht würden. 

Papst-Dippel stellt schließlich die Frage in den Raum, ob von der Landesregierung geplant werde, "ein Infizierten-Lager voller an Corona infizierter Flüchtlinge" zu bauen. Eine Unterstellung, die einem unweigerlich einen Vergleich zu den Konzentrationslagern der NS-Zeit aufdrängt.  

AfD-Politikerin Claudia Papst-Dippel fordert sorgfältigere Kontrollen für eingereiste Flüchtlinge

Zudem plädierte sie für sorgfältigere Kontrollen der nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge und - im Falle einer Corona-Infizierung - für eine umgehende Isolation vor Ort. Ihrer Ansicht nach könne "es nicht sein, dass bereits Infizierte mit potentiell Gesunden in engste Räume gesteckt werden. So breitet sich der Coronavirus freudig weiter aus und führt zu unkontrollierbaren Ansteckungen".

Ihr abschließendes Statement: "Es darf kein Lager voller Infizierte errichtet werden. Infizierte Personen müssen vor Ort isoliert werden und nicht noch in Hessen verteilt werden". Zahlreiche Kommentare tummeln sich unter dem Beitrag Papst-Dippels, dabei findet sich neben Kritik auch viel Zuspruch.

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Titelfoto: Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons

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