Roth, Göring-Eckardt, Kipping und Chebli erhalten Morddrohungen von "NSU 2.0"

Berlin - Mehrere Politiker und andere Persönlichkeiten haben in der Nacht zum Dienstag rechtsextremistische Mails mit Morddrohungen erhalten - teils erstmals, teils zum wiederholten Male. 

Linken-Vorsitzende Katja Kipping (l.) und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt wurden aus dem rechtsextremistischen Spektrum bedroht.
Linken-Vorsitzende Katja Kipping (l.) und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt wurden aus dem rechtsextremistischen Spektrum bedroht.  © dpa/Bernd von Jutrczenka, dpa/Wolfgang Kumm

Betroffen sind unter anderem Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), die Linken-Vorsitzende Katja Kipping, Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die Abgeordneten Martina Renner (Linke) und Karamba Diaby (SPD) sowie die Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei, Sawsan Chebli (SPD).

Unter den Adressaten einer Sammelmail, die der Deutschen Presse- Agentur vorliegt, sind auch der "Welt"-Journalist Deniz Yücel, der Publizist und TV-Moderator Michel Friedmann und die frühere Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth. Sie werden dort als "Menschendreck" verunglimpft.

"Wir wissen alle genau, wo ihr wohnt", heißt es weiter. "Wir werden euch alle abschlachten." Unterzeichnet ist die Mail wie schon andere zuvor mit "NSU 2.0" und "Der Führer". 

Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt

Auch Sawsan Chebli (SPD, l.) und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) bekamen Drohmails.
Auch Sawsan Chebli (SPD, l.) und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) bekamen Drohmails.  © dpa/Jörg Carstensen, dpa/Wolfgang Kumm

Seit Tagen gibt es immer neue Meldungen über derartige Drohschreiben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main ermittelt. 

Bei mindestens drei der bislang bekannt gewordenen Fälle waren vor dem Versand der Mails persönliche Daten der Empfänger von hessischen Polizeicomputern abgefragt worden.

Der Grünen-Politiker Volker Beck erhielt nach eigenen Angaben ebenfalls eine "NSU"-Drohmail. 

Sie beziehe sich auf frühere, gleichwohl nicht öffentliche Wohnanschriften, twitterte Beck. Der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann soll am Wochenende bei einer Demo in Berlin die "Todesstrafe" für Beck gefordert haben. Mehrere Behörden ermitteln gegen Hildmann, der zuletzt auch als Gegner der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung in Erscheinung trat.

Die Bezeichnung "NSU 2.0" bezieht sich auf die Terrorgruppe NSU ("Nationalsozialistischer Untergrund"), die zwischen 2000 und 2007 in Deutschland zehn Menschen ermordete.

Es handelte sich um acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin.

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka, dpa/Wolfgang Kumm, dpa/Jörg Carstensen

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