Nach "documenta"-Vorfall: Claudia Roth fordert globale Bekämpfung von Antisemitismus

Berlin - Nach dem Eklat bei der documenta in Kassel hat Kulturstaatsministerin Claudia Roth (67, Bündnis 90/Die Grünen) auf die Notwendigkeit einer auch internationalen Bekämpfung des Antisemitismus hingewiesen. Am Mittwoch befasste sich der Kulturausschuss des Parlaments mit den Vorgängen.

Das Banner, das den Eklat ausgelöst hatte, wurde von documenta Mitarbeitern abgehangen.
Das Banner, das den Eklat ausgelöst hatte, wurde von documenta Mitarbeitern abgehangen.  © Uwe Zucchi/dpa

"Der Holocaust ist eine deutsche Erfindung. Daraus erwächst eine Verantwortung für unser Land und für uns alle", sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch im Kulturausschuss des Bundestages.

"Wenn wir es also ernst meinen, dann müssen wir die globale Realität des Antisemitismus gerade als Deutsche auch im globalen Zusammenhang bekämpfen", so Roth.

Bei der neben der Biennale in Venedig wichtigsten Ausstellung für Gegenwartskunst war nach der Eröffnung Mitte Juni eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt worden. Das Banner "People's Justice" des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi wurde daraufhin abgehängt.

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Bereits vor der Eröffnung hatte es weitgehend unbelegte Antisemitismusvorwürfe gegen das kuratierende Kollektiv Ruangrupa gegeben, das ebenfalls aus Indonesien stammt.

"Judenhass in reinster Form"

Für den Zentralrat der Juden sprach Geschäftsführer Daniel Botmann von "Judenhass in reinster Form" und einer "massiven Entgleisung".

Botmann macht die documenta-Leitung direkt dafür verantwortlich, namentlich den Aufsichtsratsvorsitzenden, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (46, SPD), und die Generaldirektorin Sabine Schormann (60). Beide waren nicht im Ausschuss erschienen.

Während Schormann krankheitsbedingt abgesagt hatte, machte Geselle andere Termine geltend. Das wurde im Ausschuss fraktionsübergreifend kritisiert.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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