Drohmail-Serie des "NSU 2.0": Einzel-Täter oder rechtes Netzwerk?

Frankfurt am Main/Wiesbaden - Im Fall der rechtsextremen Drohmail-Serie sprechen die Ermittler von einem "sehr dynamischen Geschehen".

Gibt es ein rechtsextremes Netzwerk in der hessischen Polizei (Symbolbild)?
Gibt es ein rechtsextremes Netzwerk in der hessischen Polizei (Symbolbild)?  © Montage: Boris Roessler/dpa, Boris Roessler/dpa

Viele Personen würden derartige Drohmails bekommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Montag.

Es sei aber noch lange nicht geklärt, ob es sich um denselben Absender handele. Die Schreiben einem Verfasser allein anhand eines Sprachduktus zuzuordnen, sei sehr schwierig.

Die Serie von mit "NSU 2.0" unterzeichneten Schreiben reißt derzeit nicht ab. Zu den jüngsten Empfängern soll auch Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) gehören. Die Staatsanwaltschaft machte dazu sowie zu Namen von möglichen weiteren Betroffenen keine Angaben.

Das Kürzel "NSU" verweist auf die rechtsradikale Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" – die Gruppe ermordete zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin. Zudem verübten die Terroristen drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle.

Die Ziffer "2.0" in den Unterschriften unter den Drohmails deutet an, dass sich der oder die Verfasser als eine Neuauflage des "Nationalsozialistischen Untergrunds" verstehen.

Im Zusammenhang mit den Mails war der Verdacht aufgekommen, hinter dem "NSU 2.0" könnte ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der hessischen Polizei stehen (TAG24 berichtete).

In drei Fällen waren vor dem Versand von Drohschreiben persönliche nicht öffentliche Daten der Empfängerinnen von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden abgefragt worden. 

Hessens Innenminister Peter Beuth muss sich voraussichtlich am morgigen Dienstag in einer Sondersitzung des Innenausschusses im Hessischen Landtag zu der Drohmail-Affäre und der Debatte um ein mögliches rechtes Netzwerk bei der hessischen Polizei den kritischen Fragen der Abgeordneten stellen. 

Titelfoto: Montage: Boris Roessler/dpa, Boris Roessler/dpa

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