"Politischer Putsch": Komiker Aurel Mertz attackiert Stuttgarts neuen OB und will Rücktritt

Stuttgart/Berlin - Die Wahl des CDU-Mannes Frank Nopper (59) zum neuen Stuttgarter OB hat im Netz für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Nun hat sich auch der Komiker Aurel Mertz (31) zu Wort gemeldet - und den Wahlgewinner attackiert.

Wahl-Berliner Aurel Mertz (31) wurde in Stuttgart geboren, wuchs in der Neckarstadt auf.
Wahl-Berliner Aurel Mertz (31) wurde in Stuttgart geboren, wuchs in der Neckarstadt auf.  © Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

Rückblick: Am Sonntagabend setzte sich der 59 Jahre alte Nopper gegen seinen als Parteilosen angetretenen Konkurrenten Marian Schreier (30) durch, holte 42,3 Prozent der Wählerstimmen.

Davor war die baden-württembergische Landeshauptstadt acht Jahre lang in grüner Hand. Doch Fritz Kuhn (65) wollte nicht mehr antreten, die grüne Kandidatin soff im ersten Wahlgang Anfang November völlig ab.

Für viele ein Warnzeichen an die Grünen: Die Wahl in der Landeshauptstadt gilt als Gradmesser für die Landtagswahl am 14. März. Droht den Grünen dann auch der Machtverlust im Südwesten?

Im Netz wurde aufgeregt debattiert, selbst Fernsehkomiker Jan Böhmermann (39) gab seinen Senf dazu. Nun hat sich sein Kollege Aurel Mertz über das Wahlergebnis ausgelassen.

"Ich bin heute morgen aufgewacht und habe entschieden, Oberbürgermeister von Stuttgart zu werden", schriebt der 31-Jährige auf Twitter am Montagmorgen. Und an den Wahlsieger gerichtet: "Machen Sie Platz, Herr Noppels!"

Einzige Bedingung für den Wahl-Berliner: "Ich führe meine Amtsgeschäfte aus Berlin. Zoom macht's möglich."

Mertz will Tweet als "politischen Putsch" verstanden wissen

Frank Nopper (59) und seine Ehefrau Gudrun (51). Auf den CDU-Mann schoss sich der Komiker am Montag ein.
Frank Nopper (59) und seine Ehefrau Gudrun (51). Auf den CDU-Mann schoss sich der Komiker am Montag ein.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Mertz wurde in Stuttgart geboren, wuchs in der Neckarstadt auf. Inzwischen ist er Teil des öffentlich-rechtlichen "funk"-Formats, hat auf Instagram eine eigene Comedy-Show am Start.

Doch die reine Willensbekundung reichte dem Komiker offenbar nicht, er setzte in einem weiteren Tweet nach: "Das darf hier im Ernstfall als politischer Putsch verstanden werden. Ich schau' mir nicht länger an, wie irgendwelche Politiker aus Backnang Stuttgart in ein kaltes Dubai verwandeln!"

Eine weitere Breitseite gegen CDU-Mann Nopper, der aktuell noch Oberbürgermeister der 37.000-Einwohner-Stadt Backnang ist. Es blieb nicht die letzte.

Die Ansage des 31-Jährigen: "Jetzt bringen wir Herrn Nöppels erstmal mit gesalzenen Tweets zum Rücktritt und dann beginnen wir die Kampagne."

Eine Schmähung fing sich schließlich auch noch die Geburtsstadt des Komikers ein. "Stuttgart ist mittlerweile die größte Autobahnraststätte der Welt!", zeterte er.

Mertz-Video vor Monaten "Schlag ins Gesicht aller Polizisten"

Szene aus dem umstrittenen Video: Aurel liegt erschossen am Boden. (Screenshot)
Szene aus dem umstrittenen Video: Aurel liegt erschossen am Boden. (Screenshot)  © Screenshot Instagram.com/AurelOriginal

Übrigens: Der Spaßvogel sorgte im Netz bereits vor Monaten für Empörung.

Grund war ein Video seiner Instagram-Show, in dem es um Racial Profiling und Polizeigewalt ging.

Comedian Mertz spielt darin einen Radfahrer, der von rassistischen Polizisten erschossen wird, weil die ihn für einen Fahrraddieb halten.

Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Sven Schulze (41), empörte sich damals über den Clip, bezeichnete das von GEZ-Geldern finanzierte Video als "Schlag ins Gesicht aller Polizisten in Deutschland".

Titelfoto: Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

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