Sachsen-MP Kretschmer mit deutlicher Warnung vor Schwarz-Grün, Göring-Eckardt kontert

Berlin - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) hat seine Partei vor Gedankenspielen über ein Bündnis mit den Grünen nach der Bundestagswahl gewarnt.

Michael Kretschmer (45, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht in der Staatskanzlei.
Michael Kretschmer (45, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht in der Staatskanzlei.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Am Ende wird es mit Grünen viel schwieriger, als man gemeinhin denkt", sagte Kretschmer der Chemnitzer "Freien Presse" (Samstag).

Es sei "keine gute Voraussetzung" für den Beginn eines Wahlkampfs, wenn alle Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz mit Schwarz-Grün liebäugelten.

In vielen gesellschaftspolitischen Fragen würden Grüne "nur eine Minderheitenposition" vertreten, so Kretschmer.

Zwar träten die beiden Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck (51) und Annalena Baerbock (40) modern und fortschrittlich auf und konzentrierten sich auf mehrheitsfähige Themen wie Energie und Mobilität.

"Aber dahinter gibt es ganz grundsätzliche Unterschiede zwischen der gesellschaftlichen Mehrheit in Deutschland und den Grünen als Klientelpartei."

Seit einem Jahr führt Kretschmer in Sachsen selbst ein Kenia-Bündnis aus CDU, Grünen und SPD. Die Regierungsarbeit laufe "sehr gut", aber es müsse ja auch funktionieren.

Göring-Eckardt: "Jede Regierung mit den Grünen ist besser als Regierung ohne die Grünen."

Katrin Göring-Eckardt (54), Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht vor Beginn der digitalen Fraktionssitzung im Bundestag.
Katrin Göring-Eckardt (54), Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht vor Beginn der digitalen Fraktionssitzung im Bundestag.  © Michael Kappeler/dpa

Kritik an den Grünen kam von CSU-Generalsekretär Markus Blume (45). "Seit Beginn der Corona-Krise haben wir nichts Neues von den Grünen gehört", sagte Blume der "Rheinischen Post" (Samstag).

"Dabei brauchen wir nach Corona einen neuen Aufbruch, aber definitiv kein grünes Programm mit neuen Verboten. Wir wollen ein kluges, ökologisch verantwortbares Wachstum haben - von den Grünen kamen bisher eher Vorschläge, die Deutschlands industrielle Basis gefährden", kritisierte der CSU-Generalsekretär.

Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt (54), betonte hingegen in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag): "Jede Regierung mit den Grünen ist besser als eine Regierung ohne die Grünen. Das kann man in den Ländern gut sehen - Rot-Rot-Grün in Thüringen, Grün-Schwarz in Baden-Württemberg - und das gilt dann auch im Bund."

Auf die Frage, ob für Deutschland Schwarz-Grün oder Grün-Rot-Rot besser wäre, antwortete Göring-Eckardt: "Generell ist immer ein Bündnis besser, bei dem Grün vorne steht. Aber ich halte wenig davon, im Wahlkampf über Koalitionen zu reden. Wir arbeiten darauf hin, möglichst stark zu werden."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, Michael Kappeler/dpa

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