"Herausragende Bilanz": Laut Bauministerin Scharrenbach sollte Herbert Reul CDU-Chef in NRW werden

Düsseldorf – Die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) hat sich für Innenminister Herbert Reul (68, CDU) als neuen CDU-Chef in NRW ausgesprochen.

Die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) sprach sich für ihren Kollegen, Innenminister Herbert Reul, als neuen CDU-Chef aus.
Die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) sprach sich für ihren Kollegen, Innenminister Herbert Reul, als neuen CDU-Chef aus.  © Federico Gambarini/dpa

"Wir sollten als Nachfolger von Armin Laschet einen Parteivorsitzenden wählen, der von einer breiten Unterstützung getragen wird. Ich bin der Auffassung, dass Herbert Reul in der aktuellen Situation dafür der geeignete Kandidat ist", sagte Scharrenbach dem Kölner Stadt-Anzeiger in der Freitagsausgabe.

Scharrenbach galt bislang selbst als potenzielle Kandidatin für den Parteivorsitz - ebenso wie ihr Kabinettskollege, Verkehrsminister Hendrik Wüst (45, CDU). Für den hatte sich zuletzt die Junge Union ausgesprochen.

Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte Scharrenbach mit Bezug auf Wüst: "Ich denke, wir helfen unserer Partei nicht damit, wenn wir jetzt unruhig werden."

Ein Nachfolger von Laschet müsse dessen Stil, Menschen zusammenzuführen, fortsetzen: "Ein Kurs, der auf Konfrontation setzt, hat der CDU noch nie geholfen."

Reul dagegen habe als Innenminister "eine herausragende Bilanz". "Das hohe Vertrauen, das die Menschen in ihn setzen, würde der NRW-CDU im Bundestagswahlkampf und auf dem Weg zur Landtagswahl viel Rückenwind bringen", so Scharrenbach. Ob die Wahl für den Parteivorsitz eine Vorentscheidung für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2022 sei, ließ Scharrenbach offen.

Es sei auch "eine denkbare Alternative", dass eine Frau die CDU ins Rennen führen könne, sagte Scharrenbach dem "Stadt-Anzeiger".

Update, 22.16 Uhr: Reul: Streit um CDU-Führung in NRW wäre "nicht sehr intelligent"

NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) drängt auf eine schnelle Entscheidung und einvernehmliche Lösung in der Führungsfrage der Landes-CDU. "Meine Hoffnung war und ist, dass es eine Einigung über die Nachfolge gibt. Denn Kandidatur und Gegenkandidatur und ein damit verbundener Streit wären nicht sehr intelligent", sagte er der "Rheinischen Post".

Er halte auch nichts von einer weiteren Verschiebung der Entscheidung, betonte Reul. "(Wir) befinden uns leider in einer Personaldebatte. Die halten wir nicht auf, indem wir den Parteitag noch einmal bis zum Herbst verschieben", sagte er der Zeitung.

Reul kritisierte die Diskussion: "Die Debatte, die jetzt stattfindet, hätte nicht sein müssen, weil sie uns als Partei nicht weiterhilft. Auch für den Erfolg unseres Spitzenkandidaten Armin Laschet ist es wichtig, dass der Laden geordnet ist", sagte er in dem Interview.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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