Lübke-Mord und Tod von George Floyd: Schulfach gegen Hass und Rassismus gefordert

Frankfurt am Main - Vor dem am heutigen Dienstag beginnenden Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat eine Vertreterin der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt mehr Aufklärung an Schulen gefordert.

Das Foto vom 30. Mai zeigt eine Demonstration in Berlin gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA.
Das Foto vom 30. Mai zeigt eine Demonstration in Berlin gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA.  © Christoph Soeder/dpa

"Dafür sollte ein eigenes Schulfach eingeführt werden", sagte Saba-Nur Cheema, die Leiterin der Bildungsabteilung der Frankfurter Einrichtung, die Aufklärung und Beratung für Betroffene bietet.

In einer Gesellschaft, "in der es so viel Hass gibt", sei es wichtig, schon mit jungen Menschen darüber zu sprechen, welche Denkweisen letztlich zu Taten wie dem Mord an Lübcke führten.

Wer ein eigenes Schulfach übertrieben finde, dem sei "vielleicht nicht klar, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der immer mehr rechtsextreme Attentate verübt werden: Kassel, Halle, Hanau, Wächtersbach – um nur einen Bruchteil zu nennen", sagte Cheema der Deutschen Presse-Agentur.

Dass Jugendliche am Thema Rassismus interessiert seien, zeigten die "Black Lives Matter"-Demonstrationen der vergangenen Wochen mit vielen jugendlichen Teilnehmern.

"Ob Walter Lübcke in Deutschland oder George Floyd in den USA – bisher musste immer erst jemand sterben, damit Rassismus auf die Agenda kam", bedauerte Cheema. "Aber das darf nicht sein, das muss ein Dauerthema sein."

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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