Tausende Beschwerden zurückgewiesen: Präsidentenwahl in Polen gültig

Warschau - Polens oberstes Gericht hat das Ergebnis der Präsidentenwahl am Montag für gültig erklärt und den Großteil von mehr als 5000 Wählerbeschwerden zurückgewiesen.

Andrzej Duda (48, Mi.) wurde erneut zum Präsidenten von Polen gewählt.
Andrzej Duda (48, Mi.) wurde erneut zum Präsidenten von Polen gewählt.  © Czarek Sokolowski/AP/dpa

In der Stichwahl am 12. Juli hatte Amtsinhaber Andrzej Duda (48) von der nationalkonservativen Regierungspartei PiS 51 Prozent der Stimmen erhalten (TAG24 berichtete). 

Sein Herausforderer Rafal Trzaskowski (48), der liberalkonservative Oberbürgermeister der Hauptstadt Warschau, unterlag mit 49 Prozent nur knapp.

Von rund 5800 eingereichten Beschwerden seien zwar gut 90 berechtigt gewesen, teilte das Gericht in Warschau mit. Diese Vorfälle hätten den Ausgang aber nicht unzulässig beeinflusst. 

Das Gericht lehnte auch eine Beschwerde ab, in der Trzaskowskis Stab eine Annullierung gefordert hatte. Das Oppositionsbündnis hatte dies mit einseitiger Berichterstattung in öffentlich-rechtlichen Medien und dem Einsatz staatlicher Ressourcen zu Dudas Gunsten begründet (TAG24 berichtete). 

Hierfür habe der Stab aber nicht genügend Beweise vorgelegt und den Vorwurf zu allgemein formuliert, so das Gericht.

Wahlbeobachter sprechen von Einseitigkeit

Rafal Trzaskowski (48), Bürgermeister von Warschau, unterlag bei der Präsidentenwahl äußerst knapp.
Rafal Trzaskowski (48), Bürgermeister von Warschau, unterlag bei der Präsidentenwahl äußerst knapp.  © Pawel Supernak/PAP/dpa

Auch die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten in ihrer Bewertung der Stichwahl eine Einseitigkeit in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender kritisiert. 

Das Gericht führte aber bereits am Freitag aus: "Die Tatsache, dass die Wähler sich für die Nutzung einer bestimmten Informationsquelle entscheiden, kann nicht als gleichbedeutend mit Manipulation gesetzt werden."

Wenn dies freiwillig geschehe, könne man nicht behaupten, dass die Konsequenz daraus dem Wählerwillen entgegenstehe.

Titelfoto: Czarek Sokolowski/AP/dpa

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