Politiker fordert längeren Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr

Die radikalislamischen Taliban hatten am Montag die afghanische Provinzhauptstadt Kundus erobert.
Die radikalislamischen Taliban hatten am Montag die afghanische Provinzhauptstadt Kundus erobert.

Nach der Eroberung der afghanischen Provinzhauptstadt Kundus durch die radikalislamischen Taliban fordert SPD-Politiker Rainer Arnold eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in dem Bürgerkriegsland.

Die rund 700 deutschen Soldaten im Norden Afghanistans sollten ein weiteres Jahr bis Ende 2016 in voller Stärke dort bleiben, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der Situation in Afghanistan wäre es falsch, die Afghanen völlig alleine zu lassen."

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Wochenende vor einem zu frühen Truppenabzug aus Afghanistan gewarnt.

Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 170 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert - allerdings nur zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee.

Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 170 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert.
Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 170 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert.

Ihren Kampfeinsatz in Afghanistan hat die Nato Ende 2014 nach 13 Jahren beendet. Bisher ist geplant, im Laufe des Jahres 2016 alle Nato Truppen aus der Fläche nach Kabul zurückzuziehen.

Arnold meint, dass das zu früh ist. "Eines kann es nicht geben: Dass wir zuschauen, wie die Taliban das Land überrennen", sagte er. Die Entscheidung liege aber letztlich bei US-Präsident Barack Obama, weil sein Land die meisten Soldaten der Nato-Truppe stelle.

Das afghanische Innenministerium hatte am Montag eingeräumt, dass die Taliban Kundus eingenommen haben. Regierungstruppen bereiten eine Gegenoffensive vor.

Fotos: dpa


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