Politiker sagt Schmierfinken den Kampf an! Kommen Graffiti bald innerhalb von 24 Stunden weg?

Dresden - Sie sind überall. Egal ob Häuserwände, Elbbrücken oder historische Denkmäler, es gibt kaum eine Fläche in Dresden, die nicht mit Graffiti beschmiert wird. Doch damit soll nun Schluss sein. Die CDU-Fraktion hat den Schmierfinken den Kampf angesagt.

Wie hier auf der Albertbrücke verschandeln Graffiti an vielen Stellen den Blick auf die Altstadt.
Wie hier auf der Albertbrücke verschandeln Graffiti an vielen Stellen den Blick auf die Altstadt.  © Steffen Füssel

In einem Antrag für eine saubere Stadt fordert sie die Stadtverwaltung zu schnellerem Handeln auf. Denn die Schmierereien seien einer Kunst- und Kulturstadt nicht würdig.

Ziel ist es, dass Graffiti innerhalb des 26er Rings binnen 24 Stunden entfernt werden. Mit Eigentümern sollen Gespräche geführt werden, um dort das gleiche zu erreichen. Vorbild sind Städte wie Rotterdam oder Zürich, wo im Kampf gegen die Sprayer bereits Erfolge erzielt wurden.

"Wie bei der Dreck-weg-App soll es in der Stadtverwaltung eine zentrale Telefonnummer geben, über die Graffiti gemeldet werden können", sagt Stadtrat Hans-Joachim Brauns (60, CDU). Die Verwaltung könne dann Schritte zur Beseitigung der Schmierereien ergreifen.

Damit prominente Bauwerke wie Albert- und Waldschlösschenbrücke nicht sofort wieder verunstaltet werden, sollen sie in geeigneter Weise überwacht werden - mit Kameras oder sogar mit Wachpersonal.

Dass das alles zusätzliches Geld kosten werde, sei ihm klar, sagt Brauns. Dank hoher Mehreinnahmen habe die Stadt aber finanziellen Spielraum. In der CDU-Fraktion hofft man, dass der Antrag vom Stadtrat noch in diesem Jahr beschlossen wird.

In der Stadtverwaltung hält man eine Graffiti-Beseitigung binnen eines Tages allerdings für unrealistisch.

"Eine Reinigung aller mit Graffiti besprühten Verkehrsbauwerke innerhalb von 24 Stunden wäre mit einem erheblichen finanziellen- und Verwaltungsaufwand verbunden, der mit den derzeitigen finanziellen und personellen Ressourcen nicht zu leisten wäre", teilt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) mit. Außerdem könnten die Aufträge nicht so schnell vergeben werden.

Tausende Euro Schaden durch die Schmierer

Die Schäden, die in Dresden jedes Jahr durch Graffiti entstehen, gehen in die Hunderttausende. Allein beim Straßen- und Tiefbauamt beliefen sich diese 2018 auf über 58.000 Euro. Hinzu kommen die vielen privaten Eigentümer. Die Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden beziffert die Kosten beispielsweise auf circa 11.000 Euro.

Auch für die DVB sind die Schmierereien ein Kostenfaktor. Deren Beseitigung kostete die Verkehrsbetriebe im letzten Jahr bei etwa 25.000 Euro.

Auch die Pfeiler der Marienbrücke bleiben nicht von den Schmierfinken verschont.
Auch die Pfeiler der Marienbrücke bleiben nicht von den Schmierfinken verschont.  © Steffen Füssel
Den Zugang zum Elberadweg an der Albertbrücke "zieren" gleich mehrere unleserliche Schriftzüge.
Den Zugang zum Elberadweg an der Albertbrücke "zieren" gleich mehrere unleserliche Schriftzüge.  © Steffen Füssel
Stadtrat Hans-Joachim Brauns (60, CDU) fordert die schnellere Entfernung der Schmierereien und die Überwachung der Brücken.
Stadtrat Hans-Joachim Brauns (60, CDU) fordert die schnellere Entfernung der Schmierereien und die Überwachung der Brücken.  © Steffen Füssel

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