"Das hätte Charme." Politiker wollen Feiertage nachholen

1. Mai (Feier-)"Tag der Arbeit" 2016 - ein Sonntag...
1. Mai (Feier-)"Tag der Arbeit" 2016 - ein Sonntag...

Saarbrücken/Berlin - Ausgerechnet der Tag der Arbeit: Der 1. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Das ist für die meisten Arbeitnehmer keine gute Nachricht. Nun werben einige Politiker dafür, solche entgangenen freien Tage künftig nachzuholen.

Sabine Zimmermann von der "Linken" sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen." Die SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Katja Mast meinte zum Nachholen von Feiertagen: "Das wäre natürlich ein Zeichen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."

Vor allem das Nachholen des 1. Mai als freiem Tag sei wünschenswert, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, der Zeitung. "Das hätte Charme. Dann haben Beschäftigte zum einen Zeit für die Kundgebung am Sonntag und können am freien Montag ihre Zeit der Familie widmen."

Wie schaut's in Europa aus? In Belgien, Spanien oder Großbritannien werden Feiertage, die an einem Wochenende liegen, am darauffolgenden Werktag nachgeholt. In Deutschland fallen dieses Jahr zwei kalendarisch fest gebundene Feiertage auf ein Wochenende: der 1. Mai und der 25. Dezember.

Was sagt das Gesetzbuch?

Im Arbeitszeitgesetz § 9 und 10 beschreiben die Lage zu Sonn- und Feiertagen.
Im Arbeitszeitgesetz § 9 und 10 beschreiben die Lage zu Sonn- und Feiertagen.

Nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gelten besondere Regelungen für Sonn- und Feiertage. Dabei ist eine Unterscheidung zu treffen zwischen kirchlichen und gesetzlichen Feiertagen: Gesetzliche Feiertage sind unter anderen Neujahr, Karfreitag, der Tag der Deutschen Einheit und natürlich auch der 1. und 2. Weihnachtstag.

Neben diesen bundesweit geltenden gesetzlichen Feiertagen gibt es in einigen Bundesländern zusätzliche gesetzliche Feiertage, wie zum Beispiel den "Reformationstag" am 31. Oktober in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie Sachsen und Thüringen.

Dagegen sind rein kirchliche Feiertage nicht durch das ArbZG geregelt: Zu diesen zählen neben den christlichen Feiertagen natürlich auch besondere Feiertage anderer Religionsgemeinschaften. Als Arbeitnehmer habt Ihr an diesen religiösen Feiertagen keinen Freistellungsanspruch, es sei denn es handelt sich gleichzeitig um einen gesetzlich geschützten Feiertag.

In Paragraf 9 des Arbeitszeitgesetzes steht der Grundsatz, dass Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen nicht beschäftigt werden dürfen. In Paragraf 10 des Arbeitszeitgesetzes auch sind Ausnahmen zugelassen. Wenn jemand dagegen an einem Feiertag arbeiten muss, habt er Anspruch auf einen freien Tag als Ersatz...

Fotos: imago


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