Schwere Vorwürfe! Polizisten sollen Frau bei Durchsuchung aufgefordert haben, sich auszuziehen

Weimar - In Weimar wird es auf der Polizeidirektion wohl ein unruhiges Weihnachtsfest werden, denn ein Fall von 2017 sorgt derzeit für großen Ärger.

Mehrere Beamte in Weimar stehen in dem Verfahren im Vordergrund. (Symbolbild)
Mehrere Beamte in Weimar stehen in dem Verfahren im Vordergrund. (Symbolbild)  © DPA

Wie der Spiegel berichtet, sollen im September 2017 mehrere Polizisten in einer Wohnung in Weimar nach einem geklauten Wakeboard gesucht haben. Allerdings: In der Wohnung waren weder das Wakeboard noch die verdächtige Person - die Beamten sollen aber gewusst haben, dass die Verdächtige dort nicht wohnt!

Dennoch wurde die Wohnung der 18-jährigen Cousine der Verdächtigen durchsucht, alles wurde auf den Kopf gestellt. Die junge Frau wurde von den Beamten ebenfalls abgetastet, wehrte sich aber lautstark dagegen, berichtet die Betroffene im Spiegel selber. Dann soll es zu der fragwürdigen Aktion gekommen sein. Die Polizisten forderten sie auf, im Bad ihre Schuhe, Hose, Shirt und den BH auszuziehen.

Zu viel für die junge Frau. Sie sei zusammengebrochen, kam in die Notaufnahme und später in die Psychiatrie, berichtet sie. Nun geht sie gegen die Beamten vor, fordert 100.000 Euro Schadensersatz.

Interne Ermittler nahmen den Fall an sich, berichten nun, dass es in der Polizeidirektion Anzeichen für ein erhebliches Führungsproblem gebe, ein betroffener Beamter soll zudem interne Informationen weitergegeben haben. Pikant: Der damalige Inspektions-Chef ist heute Bürgermeister von Weimar, war zum betroffenen Zeitpunkt langzeitkrank.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen sechs Beamte wegen wegen Nötigung, Sachbeschädigung und Verletzung des Dienstgeheimnisses.

Titelfoto: DPA

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