Polizei-Aufrüstung: In Berlin wird bald hart durchgegriffen

Berlin - Überraschend stellten Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsidentin Barbara Slowik eine große Polizei-Reform vor. Sie hat große Auswirkungen!

Ein Polizist trainiert in einer Landespolizeischule am Schießstand. (Symbolfoto)
Ein Polizist trainiert in einer Landespolizeischule am Schießstand. (Symbolfoto)  © Rainer Jensen/dpa

Das Ziel des Konzepts formulierte Innensenator Geisel (52, SPD): "mehr Polizei sichtbar und ansprechbar auf die Straßen und Plätze zu bringen", "Wir drehen jetzt das ganz große Rad".

Barbara Slowik (52), die Berliner Polizeipräsidentin, wurde sogar noch etwas konkreter. Laut ihr, soll die Präsenz der Beamten an kriminalitätsbelasteten Orten Berlins sogar verdreifacht werden!

Laut Polizei zählen zu den besonders gefährdeten Orten unter anderem:

  • Alexanderplatz
  • Warschauer Brücke
  • Kottbusser Tor

Gerade an diesen Orten fühlen sich viele Berliner unsicher und es kommt immer wieder zu Straftaten. Am Alexanderplatz gibt es seit einiger Zeit bereits eine neue Wache, die die Gegend beruhigen soll. Und dies ist eines der großen Anliegen von Barbara Slowik.

In einem Interview mit der Zeit, Ende letzten Jahres, erklärte sie: "Ich erzeuge gefühlte Sicherheit"

Straffere Strukturen

Auch sollen die Führungsstrukturen in der Polizeibehörde gehörig gestrafft werden, betonte die Polizeipräsidentin. "Die Abstimmungsprozesse bei der Schutzpolizei (dauern) zu lange" – Darum wird eine neue Landespolizeidirektion gebildet. Das könnte für Entlastung Slowiks und ihrer leitenden Kollegen bei der Polizei führen: Mehr Zeit für ihre Führungsriege, sich um dringende strategische Fragen zu kümmern.

Barbara Slowik ist inzwischen seit zehn Monaten als Polizeipräsidentin Berlins im Amt und will mit diesem Konzept die ersten großen Änderungen umsetzen.

Kritik zu den geplanten Struktur- und Personalplänen gab es allerdings auch: So teilte die Gewerkschaft der Polizei mit, sie stehe den Reformen zwar offen gegenüber, sie dürfe allerdings nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg entschieden werden. "Wir sind erzürnt über die Vorgehensweise" erklärte Sprecher Benjamin Jendro gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Geisel und Slowik wiesen die Kritik laut der Deutschen Presseagentur allerdings zurück.

Die Berliner Polizei beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 25.000 Männer und Frauen, 17.000 davon direkt im Vollzugsdienst auf der Straße.

Gerade am Alexanderplatz soll die Polizei noch präsenter werden.
Gerade am Alexanderplatz soll die Polizei noch präsenter werden.  © Paul Zinken/dpa

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