Polizei besorgt: Gefährlicher Drogentrend setzt sich immer mehr durch

Schwerin/Rostock/Stralsund - Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ist besorgt: Der Drogenkonsum im Land ist ungebrochen, hinzu kommt der gefährliche Trend, einen Mix aus aufputschenden und entspannenden Drogen zu konsumieren.

Ein Mann raucht medizinisches Cannabis - aber es gilt als Einsteigerdroge.
Ein Mann raucht medizinisches Cannabis - aber es gilt als Einsteigerdroge.  © DPA

Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst immer mehr Fälle von Rauschgiftkriminalität. Während etwa 2012 noch gut 4400 Fälle verzeichnet wurden, waren es fünf Jahre später bereits annähernd 6000.

Dabei werde auch immer häufiger ein Mix an Drogen genommen. "Konsumenten, die ausschließlich einen Suchtstoff nutzen werden immer seltener", teilte die Landeskoordinierungsstelle für Suchtfragen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

So werde etwa Cannabis als Downer nach aufputschenden Uppers wie Speed genommen, um wieder herunterzukommen, und Alkohol werde mit fast allen Drogen kombiniert.

Zwar seien Alkoholprobleme nach wie vor der häufigste Grund, warum sich Menschen an die Koordinierungsstelle wenden würden. Gleichzeitig steige aber die Zahl derer, die andere Drogen konsumierten, seit Jahren kontinuierlich an.

Und auch das Einstiegsalter verändere sich spürbar: "Mein Gefühl sagt mir, dass wir es mit immer jüngeren Kleindealern und Konsumenten zu tun haben", erzählt Tom Sperling, Chef der Schweriner Kripo.

"Viele zeigen schon vor 18 Symptome einer Abhängigkeit", bestätigt Cathleen Spröte von der Jugendsuchtberatungsstelle Chamäleon Stralsund.

Immer mehr Menschen konsumieren einen gefährlichen Drogenmix: Ecstasy (oben links), Cannabispflanzen (rechts), Kokain (unten links) und Bierdosen (rechts).
Immer mehr Menschen konsumieren einen gefährlichen Drogenmix: Ecstasy (oben links), Cannabispflanzen (rechts), Kokain (unten links) und Bierdosen (rechts).

Den Hang zu verschiedenen Drogen nehme die Suchttherapeutin auch wahr. Vergangenes Jahr habe sich die Einrichtung um 141 Menschen gekümmert und 804 Beratungsgespräche geführt, sagte sie vor dem Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am Dienstag.

Dabei meldeten sich die meisten Klienten wegen Cannabis- (44) oder Alkoholproblemen (39). Aber auch härtere Drogen spielen eine Rolle: "Wir haben in dieser kleinen Stadt viele Menschen, die Heroin konsumieren."

Eine offene Drogenszene wie in anderen Großstädten gibt es laut Polizei in den größeren Städten des Landes zwar nicht, dennoch seien viele Dealer aktiv: "Prinzipiell kann eingeschätzt werden, dass alle Drogenarten in Rostock für denjenigen verfügbar sind, der daran interessiert ist", sagt ein Sprecher der Rostocker Polizei.

Dabei werde in besser gestellten Kreisen vor allem Kokain konsumiert. "Illegale Drogen sind in der Breite der Gesellschaft angekommen", so die Einschätzung der Polizei.


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