Gelbwesten-Demos: Jetzt zieht die Polizei Konsequenzen

Stuttgart - Seit Wochen kommt es in Stuttgart immer wieder zu Demonstrationen gegen das seit Neujahr bestehende Diesel-Fahrverbot - über die Größe der politisch verschiedenen Veranstaltungen gibt es allerdings differente Meinungen.

Diesel-Demo am Samstag, dem 2. Februar am Neckartor in Stuttgart.
Diesel-Demo am Samstag, dem 2. Februar am Neckartor in Stuttgart.  © Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

So wurden zuletzt die Teilnehmerzahlen der Polizei angezweifelt, da diese deutlich geringer ausfielen als von den Demonstranten.

Während die Polizei am vergangenem Samstag von 800 Teilnehmern sprach, fiel die Einschätzung der Demonstranten auf 2000 Protestierer. Einige der Demonstrierenden protestierten auch in gelben Westen, wie bei den umstrittenen "Gilets Jaunes"-Demos in Frankreich.

In einer Beschwerdemail an die Stuttgarter Nachrichten hieß es: „An der Diesel-Demo des Porsche Mitarbeiters Ioannis Sakkaros haben weit mehr als 2000 Teilnehmer teilgenommen. Es werden jeden Samstag mehr."

Wie TAG24 berichtete, versammelte sich am besagten Tag auch die Alternative für Deutschland (AfD) unter dem Motto "Fahrverbote stoppen - Rettet den Diesel", wofür 250 Menschen angemeldet waren - 55 kamen.

Zudem versammelten sich noch 44 Gegendemonstranten, die gegen die Vereinnahmung der AfD bezüglich des Diesel-Fahrverbots protestierten.

Demo 2. Februar: Nach Polizeiangaben soll es sich um 800 Teilnehmer bei der Demonstration gehandelt haben.
Demo 2. Februar: Nach Polizeiangaben soll es sich um 800 Teilnehmer bei der Demonstration gehandelt haben.

Aufgrund der Diskrepanz bezüglich der Teilnehmerzahlen, zieht die Polizei nun die Konsequenzen: „Ab sofort zählen wir keine Demonstrationsteilnehmer mehr“, so Polizeisprecher Stefan Keilbach gegenüber den Stuttgarter Nachrichten.

Man wollte somit "verhindern, dass Interessensgruppen von uns veröffentlichte Zahlen jeweils für sich auslegen. Dieses Spiel machen wir nicht mit.“

Außerdem erinnerte der Polizeisprecher, dass es damals bei den großen Demonstrationen rund um das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21". Damals wurden ebenfalls die Anzahl der Demonstranten in Frage gestellt.

„Wir lassen uns in politischen Diskussionen nicht zum Spielball machen", so der Sprecher weiter.

Außerdem sei es keine polizeiliche Aufgabe, Demonstranten zu zählen.

Man darf gespannt sein, wie sich die vielen Demonstrationen rund um das Diesel-Fahrverbot in Stuttgart weiterentwickeln.

Titelfoto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

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