Morddrohungen gegen Familie von "Dresden für Alle"-Sprecher

Am vergangenen Wochenende wurde die Familie des Sprechers von "Dresden für Alle", Eric Hattke, durch einen massiven Drohanruf beschimpft und bedroht
Am vergangenen Wochenende wurde die Familie des Sprechers von "Dresden für Alle", Eric Hattke, durch einen massiven Drohanruf beschimpft und bedroht

Von Matthias Kernstock

Dresden - Die Mittel von Rechten, um ihre Gegner einzuschüchtern, werden immer radikaler. Nun wurde die Familie von Eric Hattke, Sprecher des Netzwerks "Dresden für Alle", bedroht. Die Polizei ermittelt.

Hattke besuchte am Sonnabend seine Familie, die außerhalb von Sachsen wohnt. Dann klingelte das Telefon, eine unbekannte Stimme meldete sich: "Wenn Hattke nicht aufhört, sich für Ausländer einzusetzen, machen wir ihn nächste Woche platt!"

Die Anrufer drohten auch der Familie. Aussagen wie „wir schießen durch die Fenster“ oder „wir haben auch hier (Wohnort der Eltern) Kameraden“ sollen gefallen sein.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie die Sächsische Zeitung schreibt. Details wollte die zuständige Polizeidirektion aber nicht bekannt geben. "Ich bin schockiert. Mit sowas habe ich nicht gerechnet", erzählt Hattke am Montagvormittag auf MOPO24-Nachfrage.

Der Rektor der TU Dresden, Hans Müller Steinhagen (l.) und Eric Hattke bei einer gemeinsamen Demonstration im Dezember gegen Intoleranz.
Der Rektor der TU Dresden, Hans Müller Steinhagen (l.) und Eric Hattke bei einer gemeinsamen Demonstration im Dezember gegen Intoleranz.

Einschüchtern lassen will sich der Sprecher des Netzwerks nicht, tritt aber in seiner Rolle als Sprecher etwas kürzer.

"Ich habe mit meinem Studium ein Jahr pausiert, jetzt geht es aber wieder weiter. Meine Rolle würde jemand anders übernehmen, sollte ich mich komplett zurückziehen wollen."

Bereits wenige Tage zuvor hatte ein anonymer Anrufer bei der Polizei Dresden Hattke eines Gewaltverbrechens beschuldigt. Die Kriminalpolizei ist dem nachgegangen und hat die falsche Meldung zur Anzeige gebracht.

Der Netzwerkrat von „Dresden für Alle“ erklärt, dass damit erneut eine Grenze überschritten worden ist. "Die Arbeit der vielen anderen Menschen bei „Dresden für Alle“ geht weiter“ erklärt Gabriele Feyler, eine Sprecherin des Netzwerkes.

Fotos: Stefan Ulmen, Eric Münch


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