Polizei erschießt Islamisten in Berlin

Der Tatort auf der Heerstraße.
Der Tatort auf der Heerstraße.

Berlin - Am Donnerstag wurde im Berliner Ortsteil Spandau eine Polizistin von einem Mann mit einem Messer angegriffen. Ihr Kollege erschoss den Angreifer.

Kurz nach 10 Uhr war ein Notruf eingegangen, der eine "geisteskranke Person mit einem Messer" meldete. Als ein Streifenwagen eintraf, ging ein bärtiger Mann auf die Polizistin los. Er rammte ihr das Messer in den Bauch.

Ihr Kollege zieht die Pistole und schießt viermal auf den Angreifer. Ein Schuss traf dabei auch die Niere der Polistin. Wie bild.de berichtet, schoss noch ein zweiter Polizist auf den Irren.

Der bricht zusammen und stirbt auf dem Weg ind Krankenhaus. Die Polizistin wird operiert und ist außer Lebensgefahr.

Wenige Stunden später ist die Staatsanwaltschaft sicher: Der Angreifer gehört der Islamistenszene an. Der 41-jährige Iraker wohnte seit 1996 in Deutschland, zuletzt in Berlin Spandau.

Wie Die Welt berichtet, handelt es sich um Rafik Y. Er war 2004 verhaftet worden, weil er als Mitglied der irakischen Terrorzelle Ansar al-Islam geplant hatte, den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi bei einem Berlin-Besuch zu ermorden.

Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte Rafik Y. im Juli 2008 zu einer achtjährigen Haftstrafe. Die vier Jahre U-Haft wurden in dem Urteil angerechnet. Deshalb kam er 2013 wieder frei.

Nach seiner Haftentlassung hatte er die Auflage, Berlin nicht zu verlassen. Eine Abschiebung in den Irak kam nicht in Frage, da ihm dort die Todesstrafe drohte.

Nach seiner Entlassung bedroht er unter anderem eine Richterin und mehrere Polizisten.

Er lebte seitdem in Neukölln und später in Spandau und musste eine elektronische Fußfessel tragen, weil er vom Bundeskriminalamt weiterhin als gefährlich eingestuft wurde.

Allerdings war er dem Staatsschutz in den vergangenen Monaten nicht negativ aufgefallen, weder durch islamistische Aktivitäten noch durch Versuche, nach Syrien oder in den Irak zu reisen.

Update 18:16 Uhr: Oberstaatsanwalt Dirk Feuerberg sagte, es sei zu früh zu sagen, ob die Tat terroristisch motiviert und es ein vorbereiteter Anschlag gewesen sei. Die Wohnung des Mannes werde durchsucht und auf Hinweise zu Terrorplänen überprüft.

Rafik Y. - 2008, während seines Prozesse im Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim.
Rafik Y. - 2008, während seines Prozesse im Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim.

Fotos: dpa


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