Streng bewacht: Hamburger Polizei präsentiert Kokain-Berg

Hamburg - Da liegen sie nun, streng bewacht von bewaffneten Sicherheitskräften: die 1,1 Tonnen Kokain, die in der vergangenen Woche (TAG24 berichtete) in Hamburg von der Polizei sicher gestellt wurden.

So sehen 1,1 Tonnen Kokain im Wert von mehr als 100 Millionen aus.
So sehen 1,1 Tonnen Kokain im Wert von mehr als 100 Millionen aus.  © DPA

Im Alsterdorfer Polizeipräsidium stellten die Beamten den Mega-Fund am Mittwoch vor. Er soll einen Schwarzmarktwert von über 100 Millionen Euro besitzen.

Nach ersten Ermittlungen stecken die Hells Angels hinter dem Deal. Drahtzieher der Aktionen soll Martin P., ein führendes Mitglied, sein.

Er soll die rechte Hand von Boss Dariusch F. sein, der im August am Millerntorplatz niedergeschossen wurde.

In der vergangenen Woche hatten Polizeibeamte bei einer großangelegten Razzia auf dem Gelände einer Spedition in Rothenburgsort zugeschlagen.

Sie stellten fünf Personen, die gerade rund 1.000 Pakete mit je einem Kilo Kokain stapelten.

Zudem sicherten die Beamten einen Laster, in dem sich weitere Drogenpakete befanden.

Der Mega-Fund wird bei der Präsentation von schwer bewaffneten Spezialkräften bewacht.
Der Mega-Fund wird bei der Präsentation von schwer bewaffneten Spezialkräften bewacht.  © DPA

Parallel zu der Razzia in Rothenburgsort fanden weitere Wohnungsdurchsuchungen statt, bei der die Polizei insgesamt elf Personen festnahm, darunter auch den mutmaßlichen Drahtzieher Martin P..

Nach ersten Erkenntnissen soll die Mega-Ladung per Schiff aus Brasilien nach Hamburg gekommen sein. Santos im Bundesstaat São Paulo gilt als einer der bedeutendsten Hafen Lateinamerikas.

Für die Ermittler ist die Stadt allerdings ein Albtraum. Von hier aus soll das meiste Kokain nach Europa verschifft werden.

Auf Kooperation mit den Verantwortlichen vor Ort können die Ermittler des Landeskriminalamtes nicht hoffen. Die Behörden in Santos gelten als korrupt. Arbeiter und Verantwortliche sollen direkt in den Drogenschmuggel involviert sein.

"Wenn man als Polizei bei Kollegen dort anruft, weiß es auch schnell die Gegenseite" sagte ein Beamter dem Abendblatt. "Das, was sich dort abspielt, ist Wild-West."

Der Absender der Drogen-Lieferung wird daher nur schwer zu finden sein.

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