Polizei listet ab 2016 Taten von Flüchtlingen getrennt auf

Die Innenminister der Länder und des Bundes einigten sich auf die Registrierung der Straftaten von Flüchtlingen.
Die Innenminister der Länder und des Bundes einigten sich auf die Registrierung der Straftaten von Flüchtlingen.

Bielefeld/Sachsen - Eine Sonderauswertung des sächsichen Innenministeriums zeigte Mitte Dezember: Rein rechnerisch wurde fast jeder zehnte Zuwanderer in den ersten neun Monaten dieses Jahres kriminell. Die Polizei bekommt nun ab 2016 die Möglichkeit, Straftaten von Flüchtlingen genau zu erfassen.

Ab Januar wird es dazu in Strafanzeigen das Merkmal "Flüchtling" geben, das die Beamten ankreuzen können.

Darauf haben sich die Innenminister der Länder und des Bundes verständigt, wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums dem "Westfalen-Blatt" (Donnerstag) bestätigte.

"Bisher gibt es keine verlässlichen Informationen dazu, welchen Anteil Flüchtlinge an der Kriminalität haben und welche Taten im Vordergrund stehen", sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus der in Bielefeld erscheinenden Zeitung.

Er geht davon aus, dass nach dem ersten Halbjahr erste solide Daten vorliegen. Nach Angaben des Landeskriminalamts NRW wird den Polizeibehörden in Kürze mitgeteilt, wie der Begriff "Flüchtling" zu definieren ist.

Bereits jetzt kann die Nationalität von Tatverdächtigen in Kriminalitätsstatistiken registriert werden.

In Nordrhein-Westfalen war vor einigen Jahren auch das Merkmal "Spätaussiedler" in die Kriminalitätserfassung aufgenommen worden, es wurde aber nach einigen Monaten zurückgenommen. Der Grund: Es war damals unklar, wie viele Spätaussiedler in NRW lebten, es fehlte daher eine Bezugsgröße.

Foto: Rippert


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0