Polizei Lüneburg warnt: K.O.-Tropfen auf Partys? Schon drei Anzeigen!

Lüneburg – Schon wieder Opfer von K.O.-Tropfen in Lüneburg? Nachdem an ein und demselben Wochenende mehrere Frauen unabhängig voneinander berichteten, nach Discobesuchen einen "Filmriss" gehabt zu haben, sucht die Polizei nun nach Zeugen.

Augen auf beim Partymachen: K.O.-Tropfen können schneller im Glas landen, als so mancher denkt.
Augen auf beim Partymachen: K.O.-Tropfen können schneller im Glas landen, als so mancher denkt.  © DPA

Es besteht der Verdacht, dass sie K.O.-Tropfen oder andere Substanzen im Getränk hatten.

Die Polizei in Lüneburg hat am Wochenende vom 25. bis 27. Januar 2019 mehrere Anzeigen aufgenommen, nachdem drei jungen Frauen auf zwei verschiedenen Partys möglicherweise sogenannte K.O.-Tropfen verabreicht wurden.

Der erste Fall ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag. Auf Nachfrage von TAG24 gab eine Sprecherin der zuständigen Lüneburger Polizeistelle an, dass eine 23-jährige Frau nach dem Besuch einer Feier im "Kulturhaus Vamos!" in der Scharnhorststraße, die am Campus der Leuphana Uni Lüneburg vorbeiführt, über einen massiven Gedächtnisverlust klagte.

Sie wurde aufgrund von Benommenheit und mehrfachen Erbrechens mit einem Rettungswagen ins Klinikum gebracht. In diesem Fall könne die nicht unerhebliche Alkoholisierung der 23-Jährigen als Grund für die Symptome allerdings ausgeschlossen werden.

Die Geschädigte zeigte schließlich bei der Polizei an, dass man ihr K.O.-Tropfen verabreicht hätte, während sie sich etwa zwischen Mitternacht bis etwa 5 Uhr, in der Disco aufgehalten hatte.

K.O.-Tropfen sind Drogen, die einen Menschen bewusstlos, hilflos oder handlungsunfähig machen. Dahinter können sich verschiedene Substanzen wie GHB, GBL und Ketamin verbergen.
K.O.-Tropfen sind Drogen, die einen Menschen bewusstlos, hilflos oder handlungsunfähig machen. Dahinter können sich verschiedene Substanzen wie GHB, GBL und Ketamin verbergen.  © DPA

Zwei weitere Fälle ereigneten sich in Lüneburg in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Zwei 21 Jahre alte Frauen hatten am Tag nach einer Party in der Ritterakademie bei der Polizei angezeigt, dass sie den Verdacht haben, dass man ihnen K.O-Tropfen verabreicht hätte. Sie hatten in der Ritterakademie in der Straße Am Graalwall gefeiert.

Die betroffenen Frauen gaben an, dass sie keine Erinnerungen an den ungefähren Zeitraum von Mitternacht bis 08.00 Uhr morgens hatten.

Bei Partys auf dem Campus der Leuphana Uni Lüneburg wie in der Ritterakademie kam es zu Beginn und gen Ende des vergangenen Jahres 2018 bereits zu Vorfällen, bei denen vermutlich K.O.-Tropfen im Spiel gewesen sind. Auch hier waren junge Frauen die Opfer, berichteten der Norddeutsche Rundfunk und die AZ online.

Wer hat bemerkt, dass jemand Frauen in Lüneburg K.O.-Tropfen oder andere Substanzen heimlich verabreicht?

Sachdienliche Hinweise zu den aktuellen Vorfällen nimmt die Polizei Lüneburg unter der Telefonnummer 04131/8306-2215 entgegen.

Polizei und Beratungsstellen warnen: Vorsicht vor K.O.-Tropfen!

Wer gerne in Bars oder Clubs feiern geht, sollte heutzutage besondere Vorsicht walten lassen. Nach Angaben der Polizei werden Partygästen immer häufiger K.O.-Tropfen ins Glas gemischt: "Die Tropfen sind farb- und geruchlos und daher aus dem Getränk nicht herauszuschmecken. Schon zehn bis zwanzig Minuten nach der meist unbewussten Einnahme empfinden Opfer Übelkeit, Schwindel und plötzliche Schläfrigkeit." heißt es in einer Pressemeldung.

Es käme leider oft vor, dass Sexualtäter die Schwäche ihrer Opfer dann nutzen, um sie auszurauben oder zu vergewaltigen, erläutert eine Mitarbeiterin der Polizeiinspektion Lüneburg gegenüber TAG24.

Leider verhält es sich oft so, dass die Opfer später aufwachen und sich an nichts erinnern können.

Die Dunkelziffer der Opfer von K.O.-Tropfen ist hoch: Niemand weiß genau, wie häufig Vergewaltigungen und andere Straftaten unter K.O.-Tropfen statt finden.
Die Dunkelziffer der Opfer von K.O.-Tropfen ist hoch: Niemand weiß genau, wie häufig Vergewaltigungen und andere Straftaten unter K.O.-Tropfen statt finden.  © DPA

Hat man den Verdacht K.O.-Tropfen verabreicht bekommen zu haben, sollte man schnellstens einen Arzt bzw. ein Krankenhaus aufsuchen.

Die Tropfen können nur wenige Stunden nach dem Konsum im Urin oder im Blut nachgewiesen werden.

Die folgenden Tipps können vor K.O.-Tropfen schützen:

  • Getränke bei der Bedienung bestellen und nur selbst entgegennehmen.
  • Von Unbekannten keine offenen Getränke annehmen und offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen. Freundinnen und Freunde achten aufeinander und lassen ihre Getränke nicht aus den Augen.
  • Wer nach draußen geht, zum Beispiel um zu rauchen, sollte ein angefangenes Getränk lieber austrinken als zurücklassen.
  • Freundinnen und Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche Hilfe für das Opfer und verständigen das Personal.

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