Mutmaßlicher Berlin-Attentäter Anis Amri erschossen

Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri (24), ist in Mailand getötet worden.
Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri (24), ist in Mailand getötet worden.  © Polizei

Mailand - Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri (24), ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in Mailand getötet worden.

Nach ersten Informationen ging der mit Haftbefehl europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri der Polizei bei einer normalen Kontrolle um 3 Uhr in der Nacht zu Freitag ins Netz. Amri habe am Bahnhof der Stadt Sesto San Giovanni im Großraum Mailand eine Schusswaffe gezogen und sofort auf die Polizisten geschossen. Dabei habe er nach Informationen der Zeitung "La Repubblica" "allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen.

Die Polizisten hätten daraufhin das Feuer erwidert, ein 29-jähriger Polizist habe ihn erschossen. Einer der Beamten soll in der Schulter getroffen worden sein.

Amri, der jahrelang in Italien lebte und dort auch in Haft saß, sei zu Fuß unterwegs gewesen und aufgefordert worden, seine Ausweispapiere zu zeigen. Dann habe er die Waffe gezogen und geschossen.

"Die Abklärungen laufen, wir sind in Kontakt mit den italienischen Sicherheitsbehörden", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf dpa-Anfrage. Das Innenministerium in Rom kündigte laut Ansa eine Pressekonferenz an.

Amri soll mit dem Zug über Frankreich nach Italien gereist sein. Noch bis Donnerstagabend fehlte von dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin jede Spur.

Update, 13:36 Uhr: Generalbundesanwalt Peter Frank hat mitgeteilt, dass der Tatverdächtigen Anis Amri in Italien erschossen wurde. Frank bestätigte damit am Freitag in Karlsruhe eine entsprechende Erklärung des italienischen Innenministers Marco Minniti.

Update, 11.30 Uhr: Bundesinnenministerium-Sprecher Tobias Plate sagte bei einer Regierungspressekonferenz in Berlin, dass es sich bei dem Toten mit großer Sicherheit um Anis Amri handelt. Der Generalbundesanwalt hat die Identität des erschossenen Mannes in Italien noch nicht bestätigt. Man stehe in engem Kontakt mit den italienischen Sicherheitsbehörden. Noch lägen die Dokumente zur zweifelsfreien Klärung aus Italien aber nicht vor.

Plate sagte weiter, dass sich aktuell ca. 550 sog. "Gefährder" in Deutschland befänden.

Update, 11.08 Uhr: Wie Italiens Innenminister Marco Minniti (60) auf einer Pressekonferenz in Rom mitteilte, soll Amri sofort geschossen haben, als er von Beamten kontrolliert wurde. Der verletzte Beamte, der in der Schulter getroffen wurde, ist im Krankenhaus, inzwischen aber außer Lebensgefahr. Der andere Beamte bliebt unverletzt. Es soll sich ohne Zweifel um den europaweit gesuchten Anis Amri handeln, wie der italienische Innenminister bekannt gab.

Der Tatort ist am Freitagmorgen weiträumig abgesperrt.

Italiens Innenminister Marco Minniti auf der Pressekonferenz am Freitag in Rom

Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri (24), ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in Mailand getötet worden.
Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri (24), ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in Mailand getötet worden.  © DPA
Nach ersten Informationen ging der mit Haftbefehl europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri der Polizei bei einer normalen Kontrolle um 3 Uhr in der Nacht zu Freitag ins Netz.
Nach ersten Informationen ging der mit Haftbefehl europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri der Polizei bei einer normalen Kontrolle um 3 Uhr in der Nacht zu Freitag ins Netz.  © DPA

Titelfoto: Polizei


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