Bewusste Falschmeldung der Polizei? Motorradpolizist soll schweren Unfall verursacht haben

Berlin - Unweigerlich kommen Erinnerungen an die tödliche Suff-Fahrt eines Polizisten vor gut einem Jahr auf (TAG24 berichtete). Erneut soll ein Polizist schuld an einem schweren Unfall sein. Die Umstände sind besorgniserregend!

Hat der Motorradpolizist den Radfahrer abgedrängt? Versucht die Berliner Polizei das zu verschweigen? (Bildcollage)
Hat der Motorradpolizist den Radfahrer abgedrängt? Versucht die Berliner Polizei das zu verschweigen? (Bildcollage)

Laut offiziellem Polizeibericht war folgendes passiert: Ein 29-Jähriger soll am Mittag des 9. April an einer Kreuzberger Kreuzung eine rote Ampel missachtet haben.

Das beobachtete ein Motorradpolizist, der den Fahrradfahrer daraufhin aufgefordert haben soll, für eine Kontrolle anzuhalten. Dieser Aufforderung kam der junge Mann anscheinend nicht nach, versuchte, auf dem Gehweg fahrend zu entkommen.

Der Polizist folgte ihm, ebenfalls auf dem Gehweg, mit seinem Dienstmotorrad – so lange, bis der Fahrradfahrer stürzte und mit dem Kopf gegen einen Baum knallte! Der schwerverletzte Mann wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert.

Besonders brisant für die folgende Geschichte ist ein Zitat aus dem Polizeibericht. Darin hieß es nämlich, der Radfahrer sei "ohne erkennbare Fremdeinwirkung vom Gehweg der Kreuzbergstraße" abgekommen.

Zeuge widerspricht der Berliner Polizei auf Facebook

Einen Tag nach Veröffentlichung der Polizeimeldung meldete sich jedoch ein Zeuge zu Wort – mit einer ganz anderen Version der Geschichte:

Der Facebooknutzer und scheinbar Inhaber oder Mitarbeiter des Fahrradshops "Schweinhund Bikes", widerspricht der offiziellen Aussage der Polizei (ganzer Post unter diesem Text). "Die wilde Jagd endete direkt hier vor meiner Tür, von mir durch mein Fenster beobachtet, als sowohl Radfahrer als auch Polizist auf Motorrad hier auf dem Gehweg entlangfuhren.", erklärt der Nutzer.

Weiter schrieb er: "Der Motorradcop hat dann auf Höhe des Ladens versucht den Verfolgten abzudrängen. Dabei gab es definitiv einen direkten Kontakt zwischen beiden"

"Schweinhund Bikes" selbst schätzt aufgrund seiner Beobachtungen den Einsatz als "grob Unverhältnismäßig" ein. Besonders sauer stößt ihm dabei auf, dass trotz seiner Zeugenaussage, eine gegenteilige Meldung der Polizei veröffentlicht wurde. Die "Falschmeldung durch den Pressedienst der Polizei" sei "die reinste Frechheit" und könne "nur darauf hindeuten, dass da genau das passiert, was man erwartet, wenn Cops gegen Cops ermitteln".

Berliner Polizei äußert sich noch im Post zum Fahrradunfall

Die aktualisierte Pressemitteilung.
Die aktualisierte Pressemitteilung.  © Polizei Berlin

Etwa einen Tag später, also am 12. April, kommentierte die Polizei Berlin persönlich den Facebook-Post von "Schweinhund Bikes": "Der Inhalt Ihres Beitrags wiegt schwer. Unser Verkehrsermittlungsdienst kennt ihn (...) und wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen."

Dabei soll der Nutzer bereits vor Ort eine entsprechende Aussage gemacht haben. Ebenso erstaunlich: erst gestern veröffentlichte die Polizei eine Aktualisierung ihrer Pressemeldung, in der bekanntgegeben wurde, dass die "Ermittlungen auf den polizeiinternen Bereich erweitert" worden seien.

Stimmen alle Informationen, dauerte es also sechs Tage von der ersten Zeugenaussage, bis zur Veröffentlichung dieses brisanten Details, das schwere Folgen für den Motorradpolizisten haben könnte!

Weitere Informationen gab die Polizei zunächst auch auf Nachfrage nicht an die Presse. Erst vor wenigen Wochen ereignet sich ein weiterer Unfall, in den ein Berliner Polizist verwickelt war (TAG24 berichtete).

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