Hubschrauber-Einsatz: Polizei schießt sieben Mal auf Kuh!

Matrei am Brenner (Österreich) - Ein Polizeieinsatz in Tirol wird derzeit heftig diskutiert. Ein Video zeigt nämlich, wie sieben Schüsse auf eine verwirrte Kuh abgefeuert wurden.

Die Polizei war mit dem Hubschrauber im Einsatz (Symbolbild).
Die Polizei war mit dem Hubschrauber im Einsatz (Symbolbild).  © 123RF/Fritz Hiersche

Am gestrigen Mittwochmittag kam es gegen 11 Uhr zu einem folgenreichen Einsatz für Polizeibeamte in der Tiroler Stadt Matrei, weil eine Kuh ausgebüxt war.

Als sie vom Stall in einen Lastwagen gehen sollte, der sie zum Schlachthaus fahren sollte, ergriff die Kuh die Flucht, verletzte dabei den Bauern.

Ein Facebook-Video zeigt, wie das Spezialkommando Cobra (dem deutschen SEK gleichzusetzen) die Kuh auf einem Feld erst aus großer Entfernung zu erschießen versucht und dies später aus nächster Nähe fortsetzt. Schließlich stirbt das Tier durch einen Kopfschuss.

Innerhalb kurzer Zeit entbrannte eine hitzige Diskussion über die Notwendigkeit dieses Einsatzes, der von der Tiroler Landespolizeidirektion noch am Mittwoch bestätigt wurde.

Die Begründung für das krasse Vorgehen gegen das Tier: "Die Kuh verletzte erst einen Mann, stand später nahe Zuggleisen, deshalb bestand Gefahr im Verzug. Danach rannte sie auf ein fremdes Feld und der Tierhalter konnte sie nicht einfangen", heißt es in einer Erklärung der Polizei.

Im Internet will man das nicht akzeptieren. "Da soll der Tierschutz eingreifen", schrieb Michaela Berger an ihr Video auf Facebook.

Denn Tiere, die nur auf einem fremden Feld stehen, werden eigentlich nicht vom Spezialkommando gejagt. Manche User vermuten deshalb schwerwiegendere Gründe für den Einsatz.

Cobra-Chef rechtfertigt Vorgehen

Harald Gonner, Kommandant der Einsatzgruppe Cobra-West, sagte gegenüber dem österreichischen Fernsehsender ORF, dass es ihm nur darum gehe, Menschen zu schützen. "Von dem Tier ging eine massive Gefahr aus", erklärte der Kommandant das forsche Vorgehen.

Auch die Frage, weshalb der Helikopter überhaupt zum Einsatz kam, konnte der Mann beantworten: Die Einsatzgruppe war mit dem Polizeihubschrauber im Wipptal unterwegs, direkt in der Nähe des kleinen Ortes Matrei.

Kritik wurde allerdings nicht nur im Netz von Tirolern laut. Auch der in Wien ansässige Tierschutzverein "Vier Pfoten" meldete sich zu Wort: Das Tier soll offensichtlich in Panik, aber weit weg und daher nicht gefährlich gewesen sein. "Es mit acht Schüssen regelrecht hinzurichten" sei daher nicht nötig, erklärte Martina Pluda vom Verein gegenüber dem ORF.

Die ganze Situation wird nun vom österreichischen Innenministerium untersucht.

Das Video vom Einsatz: Achtung! Die Tötung ist deutlich zu sehen!

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