Nackte Haut und Sex: Polizei warnt vor Internet-Chats

Friedberg - Dating-Portale oder Sexportale, zahlreiche Internet-Nutzer sind auf derartigen Plattformen regelmäßig unterwegs. Doch hier droht auch eine Gefahr, vor der die Polizei ausdrücklich warnt.

Insbesondere bei erotischen Internet-Chats sollten die Nutzer wachsam sein (Symbolbild).
Insbesondere bei erotischen Internet-Chats sollten die Nutzer wachsam sein (Symbolbild).  © 123RF (Fotomontage)

Die Beamten des Polizeipräsidiums Mittelhessen raten jedem Internet-Nutzer, die Webcam am eigenen Rechner unbedingt auszuschalten – und auch ausgeschaltet zu lassen.

Dies gelte vor allem dann, wenn man in einem Chat mit einer ansonsten unbekannten Person dazu aufgefordert werde, sich nackt auszuziehen, sich selbst zu befriedigen oder sexuelle Praktiken mit einem Spielzeug oder dem eigenen Partner auszuüben, wie die Polizisten am Donnerstag mitteilten.

Denn in diesen Fällen werden die Internet-User nicht selten "zu fast 100 Prozent aufgefordert Bitcoins oder einen nicht unerheblichen Geldbetrag in ein fernes Land zu überweisen", heißt es weiter.

Es geht um sogenannte "Sextortion", also sexuelle Erpressung. Das verfängliche Bildmaterial wird von Kriminellen gespeichert und dazu genutzt, das jeweilige Opfer unter Druck zu setzen. Oft wird damit gedroht, die intimen Bilder ansonsten "im Internet oder den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen".

Die Polizei in Mittelhessen bemerkt aktuell einen deutlichen Anstieg von "Sextortion"-Fällen, darum sind die Beamten mit ihrer eindringlichen Warnung an die Öffentlichkeit gegangen, wie eine Sprecherin gegenüber TAG24 erklärte.

Wer Opfer einer solchen Erpressung wird, soll sich an die Polizei wenden. Die Beamten weisen jedoch auch auf folgendes hin: Die Aufklärung der Straftat wird nur in den seltensten Fällen gelingen und was vielleicht noch schlimmer wiegt, die peinlichen Bilder werden leider unter Umständen auch für immer im Netz bleiben.

Denn wenn sowohl die Täter wie auch die Server mit dem Bildmaterial im Ausland sind, dann sind die Aktionsmöglichkeiten der Polizei in Deutschland beschränkt.

Besonders wichtig ist den Polizisten auch die Ansprache von Eltern. "Bleiben Sie mit Ihren Kids in Kontakt und sprechen Sie mit ihnen auch über solch persönliche Themen, damit sie wissen, dass man auch – oder gerade beim Thema Liebe und Sexualität nicht jedem vertrauen kann!", heißt es in dem Schreiben.

Titelfoto: 123RF (Fotomontage)