Polizei-Bilanz: So lief der Jahreswechsel in Sachsen

In Chemnitz brannten auf der Augustusburgerstrasse gegen 21.00 Uhr Müllcontainer.
In Chemnitz brannten auf der Augustusburgerstrasse gegen 21.00 Uhr Müllcontainer.

Dresden - Der Jahreswechsel in Sachsen ist weitgehend friedlich geblieben. "Es gab keine besonderen Probleme", sagte am Neujahrstag ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Dresden.

Die im Vorfeld befürchteten Attacken gegen Flüchtlingsunterkünfte blieben aus. Vielerorts mussten Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht dennoch ausrücken - wegen brennender Mülltonnen, Explosionen, illegaler Feuerwerke, Ruhestörung oder Schlägereien.

In Dresden blockierten zehn Vermummte mit Warnbaken die Gleise und attackierten eine Straßenbahn. Zwei Unbekannte sprühten Graffiti auf die Wagen, wie die Polizei mitteilte.

Passanten, die den Anschlag verhindern wollten, wurden von der Gruppe angegriffen. Die Vermummten flohen anschließend vor der Polizei.

Insgesamt wurden an Silvester in der Landeshauptstadt rund 200 Vorfälle gemeldet: Sachbeschädigungen, Brände auf Balkons, von Bäumen, Gestrüpp oder Abfallbehältern sowie hilflose Menschen.

Viele Brände, wie hier in einer Gartensparte auf der Chemnitzer Humboldstraße, hielten in der Silvesternacht die Einsatzkräfte in Atem.
Viele Brände, wie hier in einer Gartensparte auf der Chemnitzer Humboldstraße, hielten in der Silvesternacht die Einsatzkräfte in Atem.

Zwei 18-Jährige warfen vor den Augen einer Polizeistreife in Königsbrück (Landkreis Bautzen) einen Böller in eine Telefonzelle und schlossen die Tür.

Gegen die Teenager wird ermittelt. In Hoyerswerda gingen durch explodierende Feuerwerkskörper die Scheiben eines Buswartehäuschens zu Bruch. Ein 28-Jähriger widersetzte sich der vorläufigen Festnahme, bei ihm wurden mehrere illegale Böller sichergestellt.

Vor der Hauptpost Zittau warfen Unbekannte einen Knallkörper in einen Briefkasten. Die Detonation zerstörte den Behälter und die Post darin. In Weißwasser musste die Feuerwehr eine Wohnung aufbrechen, weil eine Silvesterrakete auf dem Balkon gelagertes Holz in Brand gesetzt hatte. Der Mieter war nicht zu Hause.

Beschädigte Briefkästen, Container und Fensterscheiben beschäftigen auch die Polizeidirektion Zwickau. Dort wurden zudem 16 Anzeigen wegen Körperverletzung aufgenommen und Beamte mussten 15 Mal wegen Ruhestörung ausrücken.

in der Silvesternacht 2015 brannten in Pirna durch Feuerwerk mehrfach trockene Wiesen, Bäume, Laub und Gebüsch.
in der Silvesternacht 2015 brannten in Pirna durch Feuerwerk mehrfach trockene Wiesen, Bäume, Laub und Gebüsch.

In Plauen gingen zwei Schaufensterscheiben zu Bruch, in Falkenstein sprengten Unbekannte einen Parkscheinautomaten und randalierten. Die Chemnitzer Polizei vermeldete 100 Einsätze im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel. So nutzten Einbrecher in Freiberg die Gunst der Stunde und machten in drei Einfamilienhäusern Beute.

Ruhig blieb es im Leipziger Stadtteil Connewitz. Der Innenexperte der Linken im Landtag, Enrico Stange, führte das nicht auf das Versammlungsverbot zurück, das die Stadt zur Verhinderung möglicher Ausschreitungen in der Silvesternacht rund um das Connewitzer Kreuz verhängt hatte.

Davon ließen sich Randalierer nicht abschrecken, sagte Stange. Er kritisierte das Vorgehen der Behörden, da eine auf historische Erfahrungen gegründete Annahme nicht zur Einschränkung des Versammlungsrechts, einem der höchsten Rechtsgüter, legitimiere.

In den vergangenen Jahren war es in der Nacht zu Neujahr immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei im Süden der Stadt gekommen. Zudem hatte es am 12. Dezember 2015 im Zuge einer Neonazi-Demonstration schwere Krawalle gegeben.

Fotos: Haertelpress, Bernd März, Marko Förster


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