Appell des Polizei-Chefs vor Demo-Samstag: Bleibt friedlich!

Am Rande von PEGIDA-Demonstrationen brannten in den vergangenen Wochen immer wieder Autos.
Am Rande von PEGIDA-Demonstrationen brannten in den vergangenen Wochen immer wieder Autos.

Dresden - Am Sonnabend werden bei PEGIDA und zahlreichen Gegendemonstrationen Tausende Menschen in Dresden demonstrieren.

Die Polizei rechnet mit bis zu 15.000 Menschen bei PEGIDA und etwa 10.000 Gegendemonstranten.

Dem gegenüber stehen lediglich elf Hundertschaften der Polizei, um die verfeindeten Lager voneinander fern zu halten. Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll (61) richtet jetzt einen eindringlichen Appell an die Demonstranten.

Dabei wendet er sich vor allem an Links- und Rechtsextremisten, "die in ihren Gewaltphantasien die tausenden friedlichen Versammlungsteilnehmer 'als Deckmasse' ins Kalkül ziehen."

Er warnt davor, eine Spirale der Gewalt in Gang zu setzen, die am kommenden Tag wieder in gegenseitigen Schuldzuweisungen endet.

Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll (61).
Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll (61).

Kroll: "Jedwede Betroffenheitsrhetorik 'am Tag danach', die ohne Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung immer nur den 'anderen', auf jeden Fall aber immer der Stadt und der Polizei die Verantwortung zuweist, ist bestenfalls naiv oder zynisch. Sie ist insbesondere aber eines: selbstgerecht und unverantwortlich."

Die Demonstranten sollten gegenseitig das Recht auf Versammlungsfreiheit tolerieren. "Es geht so allmählich um die Grundwerte unserer Demokratie, unseres Zusammenlebens. Der Graben, der durch die Gesellschaft geht, darf nicht noch tiefer werden!"

PEGIDA wird sich am Königsufer zu einer stationären Kundgebung versammeln. Der größte Protest dagegen wird sich auf der anderen Elbseite im Bereich des Theaterplatzes und Terrassenufers formieren. Außerdem ist eine Demonstration vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Alaunpark angemeldet.

Am Sonnabend wird es zu zahlreichen Straßensperrungen kommen. Vor allem am Nachmittag werden die Altstadt und die Innere Neustadt davon betroffen sein.

Informationen rund um die Demonstrationen gibt die Polizei am Kontakttelefon: 0351/483-3000. (5. Februar von 12 bis 18 Uhr; 6. Februar von 10 bis 20 Uhr).

Fotos: Eric Münch, Roland Halkasch, Holm Helis


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