AfD tobt: Antifa-Werbung in der ARD entdeckt!

Rostock – Im vergangenen Polizeiruf 110 aus Rostock ermittelten die Kommissare einen Fall, in dem der Täter überführt, aber nicht angeklagt werden konnte, da er im gleichen Fall bereits einmal freigesprochen wurde.

LKA-Ermittlerin Katrin König mit einem "Fuck Nazis" und Anti-Atomkraft-Aufkleber auf dem Laptop - der kommt nun weg.
LKA-Ermittlerin Katrin König mit einem "Fuck Nazis" und Anti-Atomkraft-Aufkleber auf dem Laptop - der kommt nun weg.

Das zehrt auch an den Nerven der streitbaren Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Bukoff (Charly Hübner). Beide haben schwer mit ihrem Gerechtigkeitsempfinden zu kämpfen und nehmen es bei ihren Ermittlungen mit der Rechtsauffassung nicht so genau (TAG24 berichtete). Eigentlich ein Thema, über das sich trefflich streiten ließe.

Für Aufregung sorgen aber kleine Details während des Filmes. Zumindest bei der AfD und ihren Anhängern. Auf dem Rostocker Polizeirevier, den Arbeitsplätzen der beiden Kommissare sind Antifa- und "FCK AfD"-Aufkleber zu sehen.

Außerdem "ziert" den Arbeitsplatz von Bukoff ein Plakat der Rostocker Punk-Band "Feine Sahne Fischfilet". Darsteller Charly Hübner steht der Band auch im echten Leben nahe, drehte bereits eine Doku über die Band. Auch "Refugees Welcome"-Aufkleber sind den AfD-Anhängern nicht entgangen.

Sofort machten verschiedene Politiker der Partei ihrem Unmut über diese politischen Äußerungen auf Twitter Luft. Sie sehen darin eine gebührenfinanzierte Werbung für die Antifa und linke Politik.

Im Hintergrund sind an der Pinnwand "Refugees Welcome"- und Antifa-Sticker zu sehen.
Im Hintergrund sind an der Pinnwand "Refugees Welcome"- und Antifa-Sticker zu sehen.

"Antifa-Flagge, FCKAFD Poster, Refugees welcome Schild. So schäbig waren nicht einmal Honeckers Schergen. Wir müssen diese Werbung für die kriminelle #Antifa auch noch zwangsfinanzieren", twittert zum Beispiel der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann.

Der Landessprecher der Partei in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, erklärte dazu: "Wer als Schauspieler gerne einen privaten Kreuzzug gegen die AfD führen möchte, soll das ruhig machen. Der Skandal ist, dass der NDR den selbsternannten Volkspädagogen dafür ein Podium bietet ...."

Drehbuchautor und Regisseur Eoin Moore weist die Kritik gegenüber der Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) zurück. Es handele sich um Kunstfiguren. Die von Anneke Kim Sarnau dargestellte LKA-Mitarbeiterin Katrin König sei von Anfang an als Linke dargestellt worden: "Ihre Büroeinrichtung mit Pinnwand und Notebook gibt es von Anfang an. Die Gesinnung von Frau König ist seit der ersten Folge an ihren Charakter gebunden", sagt Moore gegenüber der HAZ. Es solle in der Serie ein Querschnitt der Gesellschaft dargestellt werden, deshalb würde Hübner auch Verständnis für rechte Wähler äußern.

Ob das die AfD beruhigt, kann getrost bezweifelt werden. Vielleicht dann, wenn Regisseure einen Kommissar mit rechter Gesinnung und einem AfD-Aufkleber auf dem Laptop in eine Serie schreiben, um einen Querschnitt der Gesellschaft abzubilden.

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