Wenn Atomkraft tötet: Verzwickter Fall für das "Polizeiruf"-Team

Berlin - Das Kommissariat an der deutsch-polnischen Grenze beschäftigt sich mit dem Tod einer Journalistin. Die Spur führt zu einem Energiekonzern.

Die beiden Ermittler Olga Lenski (Maria Simon, 43) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, 43) gehen zunächst von einem tragischen Unfall aus.
Die beiden Ermittler Olga Lenski (Maria Simon, 43) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, 43) gehen zunächst von einem tragischen Unfall aus.  © rbb/Degeto/Oliver Feist

Eine Frau betritt am helllichten Tag eine Kirche, wo ein Mann mit Kapuze wartet, um ihr brisante Informationen zu liefern. Unterdessen macht sich draußen ein anderer am Auto der Frau zu schaffen.

Dann geht alles sehr schnell: Auf der Fahrt abends löst sich das rechte Vorderrad ihres Wagens, der schließlich gegen einen Baum kracht. Den grausigen Rest erledigt der Killer mit seinen Händen.

Wenn am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten die "Polizeiruf 110"-Folge "Tod einer Journalistin" läuft, wissen die Zuschauer von Beginn an, wer der Mörder ist. Die Kommissare Olga Lenski (Maria Simon, 43) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, 43) stehen aber zunächst vor einem Rätsel.

Klar ist nur: Die Ermordete war eine renommierte Investigativjournalistin, die die illegalen Machenschaften des Energiekonzerns Ergatome aufzudecken versuchte. Das Unternehmen will im polnischen Grenzland ein Atomkraftwerk errichten und kämpft vor Gericht um eine Baugenehmigung, gegen die Umweltverbände und Anwohner protestieren.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja! "Tod einer Journalistin" nimmt sich eines aktuellen Themas an und geht auf Fragen ein, die dieser Tage lebhaft diskutiert werden. Aus dem Gegensatz von Wirtschafts- und Umweltinteressen ergibt sich ein Konflikt, der in dieser Folge mehrere Institutionen berührt.

Justiz, Journalismus, Politik und Wissenschaft sind in den Fall genauso involviert wie der Energiekonzern und die Umweltverbände.

Für die Verstrickungen hat Adam Raczek aber einen guten Riecher. Der Kommissar zeigt dieses Mal wenig von seinem aufbrausenden Temperament, demonstriert dafür umso mehr Bauernschläue. Mehrmals gelingt es ihm, mit alternativen Methoden den Fall voranzubringen.

Dass die Verhältnisse letztlich weitaus komplizierter sind, als sich anfangs vermuten lässt, macht "Tod einer Journalistin" zu einer sehenswerten Folge.

Sie bleibt bis zum Schluss spannend und überrascht mit mehreren Wendungen. So war an dem Mord noch eine andere Partei beteiligt, die jedoch keine geschäftlichen Interessen verfolgte.

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