Fast 60.000 Euro futsch! So dreist zockte dieser Polizeihauptmeister die Staatskasse ab

Dresden - Tillichs "Türsteher" vor Gericht: Fast 60.000 Euro zockte der Wachmann der Dresdner Staatskanzlei mit frisierten Krankenhausrechnungen beim Landesamt für Finanzen ab. Jetzt bekam Ronald S. (62) die Quittung: Das Amtsgericht verurteilte den Polizeihauptmeister wegen Betruges. Um seine Pension muss er nun auch bangen.

Im Landesamt für Steuern und Finanzen gingen fünf Jahre lang getürkte Rechnungen ein, ehe der Schwindel aufflog
Im Landesamt für Steuern und Finanzen gingen fünf Jahre lang getürkte Rechnungen ein, ehe der Schwindel aufflog  © Marko Förster

Verkehrspolizist in Freiberg, Personen- und Objektschützer in Dresden: Ronald S. hatte viele Stationen in seinem Berufsleben als Polizist. "Ich schützte den Finanzminister und den Ministerpräsidenten", sagte er im Amtsgericht.

"Die letzten Jahre war ich in der Staatskanzlei." Bis zur Pensionierung im Dezember 2017 wachte er über den Eingang des hohen Hauses.

Was niemand wusste: Ronald S. zockte auch den Freistaat ab! Beamte bekommen als Privatpatient vom Landesamt für Finanzen diverse medizinische Kosten bis zu 70 Prozent erstattet.

Ronald S.: "Meine Frau war über mich versichert. Aber wir mussten Kredite abzahlen. Da habe ich ihren Anteil nicht mehr bezahlt."

Ronald S. (62), Polizeihauptmeister in Pension, musste am Dienstag vor den Amtsrichter.
Ronald S. (62), Polizeihauptmeister in Pension, musste am Dienstag vor den Amtsrichter.  © Steffen Füssel

Arztkosten wurden so in voller Höhe fällig. "Sie hat sich die Zähne komplett neu machen lassen. Das kostet", so der Gatte, der das nötige Geld einfach illegal vom Freistaat kassierte.

Er scannte eine alte Krankenhausrechnung ein, änderte Daten und reichte fast 20-mal beim Landesamt Anträge für Beihilfen zu angeblichen Klinikaufenthalten der Gattin ein.

Laut Anklage kassierte er 59.145,64 Euro. Bis der Schwindel kurz vor seiner Pensionierung aufflog, er alles gestand und seit gut einem Jahr monatlich 250 Euro zurückzahlt.

"Sie haben über Jahre Geld abgesahnt", tadelte der Richter. Urteil: 16 Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Ob ihm seine Pension nun gekürzt oder gar gestrichen wird, muss der Freistaat noch entscheiden.

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