Prügel-Polizist: Rote Linie ist überschritten!

Enrico Stange (46, Linke, li.) fordert "individuelle Kennzeichnung", und Jörg Vieweg (43, SPD) sieht „eine rote Linie überschritten“.
Enrico Stange (46, Linke, li.) fordert "individuelle Kennzeichnung", und Jörg Vieweg (43, SPD) sieht „eine rote Linie überschritten“.

Von Bernd Rippert

Chemnitz – Die Prügel-Attacke eines Polizisten bei der Anti-Cegida-Demo: Jetzt haben sie ihn! Die Bereitschaftspolizei hat den Beamten (28), der einen Schüler (16) geschlagen hatte, identifiziert. Staatsanwältin Ingrid Burghart (50): „Grundlose Polizeigewalt ist nicht hinnehmbar. Die Ermittlungen laufen unter Hochdruck.“

Die Kritik an dem Polizisten wächst. SPD-Landtagsabgeordneter Jörg Vieweg (43) sieht „eine rote Linie überschritten“. Ines Saborowski-Richter (47, CDU) fordert gar: „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, muss der Polizist aus dem Staatsdienst entfernt werden!“

Am Montagabend hatten zwei Polizisten den Demonstranten Jonathan T. an der Brückenstraße abgeführt, weil er einen Schal im Gesicht trug, sich eventuell vermummt hatte. Auf dem Weg zum Polizeiwagen schlug ein Beamter dem Schüler ohne erkennbaren Grund mit der Faust in den Magen.

Nachdem MOPO24 mit einem Video über den Fall berichtet hatte, leitete Polizeipräsident Uwe Reißmann (57) Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt ein. Eine zweite Anzeige erstatteten die Grünen.

Die Politiker Valentin Lippmann (24, Grüne) und Enrico Stange (46, Linke) fordern jetzt erneut eine individuelle Kennzeichnung für Polizisten, um sie leichter identifizieren zu können. Hintergrund: 2012/13 zeigten Bürger 79 Beamte der Polizeidirektion wegen Körperverletzung an. 15 Fälle wurden eingestellt, 64 Ermittlungen laufen noch. Verurteilungen bisher: null.

Polizeiopfer Jonathan T. betont nach der Prügel-Attacke seine Unschuld: „Ich habe mich weder gewehrt, noch die Beamten beleidigt.“

Fotos: Andreas Wetzel, Suhrbier


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