Polizist trickste bei Unfall: Jetzt steht er selbst vor Gericht

Zwickau - Hat ein Polizist (60) Beweise zerstört, um das Gericht für einen Versicherungsbetrug zu benutzen? Der Richter am Landgericht Zwickau kam ihm auf die Schliche und zeigte den Beamten wegen Betruges bei der Staatsanwaltschaft an.

In diesem Zwickauer Gerichtsgebäude wird der Fall verhandelt.
In diesem Zwickauer Gerichtsgebäude wird der Fall verhandelt.  © Uwe Meinhold

Nach einem Crash beschuldigte der Polizist die Unfallgegnerin - eine Berufskollegin - und beantragte vor dem Landgericht über 6400 Euro Schadenersatz.

Der Richter ließ aber ein Gutachten einholen, das den Herren als Unfallverursacher beschrieb. Der Polizist zog die Klage zurück.

Doch ein weiterer Fakt bewegte den Richter zu einer Anzeige:

Der Kläger hat nach dem Unfall Fahrzeugteile von der Fahrbahn entfernt und in sein Auto gelegt. Als Polizist, der selbst Unfälle aufnimmt, muss er wissen, dass er damit die Spuren- und Beweissicherung nahezu unmöglich macht - das sagte der Richter jetzt auch vor dem aktuellen Prozess beim Amtsgericht aus.

Denn den Strafbefehl wegen Betrugs, den die Staatsanwaltschaft auf 75 Tagessätze festgesetzt hat, wollte der Polizist nicht zahlen und klagte dagegen. Und er will keine Beweise zerstört haben: "Ich wollte andere Verkehrsteilnehmer schützen, indem ich die scharfen Teile zur Seite nahm.

Dass er den Unfall selbst verursacht hat, streitet er inzwischen nicht mehr ab. Das Verfahren wird im Februar fortgesetzt.

Auch "Freunde und Helfer" gehen manchmal etwas zu weit.
Auch "Freunde und Helfer" gehen manchmal etwas zu weit.  © imago/photothek

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