Drogenschmuggel! Haftstrafe für Bundespolizisten

Alexander S., Anwalt Reinhard Roethig, Steve R., Anwalt Wolfgang Remmert und Sascha H. (v. l.) vor dem Amtsgericht Zwickau.
Alexander S., Anwalt Reinhard Roethig, Steve R., Anwalt Wolfgang Remmert und Sascha H. (v. l.) vor dem Amtsgericht Zwickau.

Von Frank Vacik

Zwickau – Urteil im Prozess gegen drei Bundespolizisten: Weil die Beamten der Inspektion in Klingenthal in bis zu 30 Fällen insgesamt 80 Gramm Crystal geschmuggelt hatten, wurden sie vom Amtsgericht Zwickau zu Haftstrafen zwischen neun Monaten und einem Jahr Haft, ausgesetzt zur Bewährung, verknackt.

Dienstgruppenleiter Sascha H. (42) kassierte neun Monate Haft. Er soll seinen Kollegen mit dem Codewort „windstill“ mitgeteilt haben, dass keine Grenzkontrollen anstehen.

Das war das Signal für die Mitangeklagten Steve R. (35) und Alexander S. (39), die Teufelsdroge auf Vietnamesen-Märkten zu kaufen. Vor allem Alexander S., der ein Jahr auf Bewährung kassierte, gab sich vor Gericht gesprächig: „Ein Bekannter hatte mich auf einem Markt zum Probieren eingeladen.“ Die Drogen schmuggelten die Beamten für den Eigenbedarf.

Alexander S.: „Ich bin froh, dass wir aufgeflogen sind.“ Die Frau von S. hatte in der Kleidung ihres Mannes die Drogen entdeckt, alarmierte seine Kollegen. Die Beamten observierten die verdächtigen Bundespolizisten, nahmen sie schließlich im Oktober 2014 fest.

Die suspendierten Beamten haben mittlerweile eine Therapie begonnen. Alexander S. dürfte seinen Job los sein – nach geltendem Beamtenrecht kann er gefeuert werden, weil er für eine vorsätzliche Straftat mindestens ein Jahr Haft kassiert hat.

Seinen beiden Kollegen drohen interne Disziplinarverfahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Foto: Uwe Meinhold


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