Zu wenig Gehalt? So viele Polizisten müssen nebenher arbeiten

Stuttgart - Jeder sechste Polizist von den rund 24.400 Polizeivollzugsbeamten in Baden-Württemberg hat noch einen Nebenjob.

Stuttgart: Polizisten sprühen bei einer Demonstration Pfefferspray auf Demonstranten. Bei der Demo gegen den Angriff der türkischen Armee auf Nordsyrien gerieten am Ende Kurdische Demonstranten an die Polizei.
Stuttgart: Polizisten sprühen bei einer Demonstration Pfefferspray auf Demonstranten. Bei der Demo gegen den Angriff der türkischen Armee auf Nordsyrien gerieten am Ende Kurdische Demonstranten an die Polizei.  © DPA/Christoph Schmidt

Aktuell sind 4024 Beamte nebenher tätig, wie das Innenministerium in Stuttgart auf eine SPD-Landtagsanfrage mitteilte.

Meistens arbeiten sie demnach im Gewerbe- und Dienstleistungssektor.

Danach folgen Sport-, Kunst- und Sozialtätigkeiten. Zunächst hatten "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" darüber berichtet.

Jede Tätigkeit müsse angemeldet werden, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag.

Nebenjobs bei Detekteien, Sicherheitsdiensten oder im Bereich der Gebäudeüberwachung seien nicht genehmigungsfähig.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Hans-Jürgen Kirstein, sagte auf Anfrage, die hohen Mieten in den Großstädten und auch Fahrkosten vom Wohnort zum Arbeitsplatz seien sicherlich zwei Gründe, dass Beamte nebenher arbeiten müssten.

Die aktuell meisten Nebentätigkeiten üben Polizeivollzugsbeamte mit der Besoldungsstufe A9 (2729 bis 3535 Euro Monatsgehalt) aus, gefolgt von A10-Beamten (2922 bis 3960 Euro Monatsgehalt).

Titelfoto: DPA/Christoph Schmidt

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0