Polizisten lassen missbrauchtes Schaf einfach krepieren

Das Schaf starb nach einer Misshandlung (Symbolbild).
Das Schaf starb nach einer Misshandlung (Symbolbild).

Müllheim/Stuttgart - Am Donnerstag fand vor dem Amtsgericht in Mühlheim die Hauptverhandlung in einem Tierquälerei-Prozess statt.

Ein 46-Jähriger verging sich Ende Februar 2016 in einem Stall in Neuenburg an einem Schaf, das gerade erst zwei Lämmer geboren hatte. 

Der Mann fesselte das hilflose Tier und band ihm den Euter ab. Als der Halter (75) des Schafes in den Stall kam und versuchte das Tier zu retten, schlug ihn der Täter brutal zu Boden und flüchtete.

Das Euter des Schafes war entzündet, deshalb verhungerten die beiden kleinen Lämmer.

Auch das Schaf musste wenige Tage später eingeschläfert werden.

Zwei Polizisten, die am Tatort ermittelten, hatten die Notlage des Schafes zwar erkannt, aber die Fesseln nicht gelöst. Dabei waren sie verantwortlich dafür, dem Schaf zu helfen.

Der Tatvorwurf gegen zwei Polizisten lautet deshalb: Tierquälerei durch Unterlassen. Gegen die beiden Beamten wurden Geldbußen in Höhe von 700 Euro und 800 Euro verhängt. Die Tierrechtsorganisation PETA begrüßt das Urteil.

Dazu kommentiert Sophie Nouvertné, Syndikusanwältin bei PETA:

"PETA begrüßt die Entscheidung des Amtsgerichts Müllheim. Die Beamten haben sich am Tatort tierschutzwidrig verhalten, denn sie hätten dem hilflosen, gefesselten Tier umgehend helfen müssen. Da sie dies versäumt haben, hat sich der Gesundheitszustand des Tieres in der Folge so massiv verschlechtert, dass es letztlich eingeschläfert werden musste. Durch ein besonnenes Einschreiten der Ermittlungsbeamten hätte dies verhindert und das Leben des Tieres wahrscheinlich gerettet werden können."

Dem Schafhalter selbst war es aufgrund seiner schweren Verletzung nicht möglich, dem Tier zu helfen.

Der 46-jährige Täter stand bereits mehrfach wegen Tierquälerei vor Gericht. Trotz therapeutischer Behandlung war der Mann erneut rückfällig geworden. Er wurde im Juli 2016 vom Amtsgericht Freiburg zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren wegen Körperverletzung verurteilt.


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