Angst um sein Leben: Möchtegern-Muskelprotz operiert

Moskau - Er wollte große Muskeln haben und tat leider genau das Falsche. In seinem Wahn spritzte sich ein MMA-Kämpfer Vaseline in die Arme und drohte im schlimmsten Fall sogar, daran zu sterben.

Die Arme des MMA-Kämpfers "Popeye" sind voller schädlicher Vaseline. Eine Amputation oder Schlimmeres drohten.
Die Arme des MMA-Kämpfers "Popeye" sind voller schädlicher Vaseline. Eine Amputation oder Schlimmeres drohten.  © Screenshot/Instagram/alana_mamaeva

Der 23-jährige Kirill Tereshin nannte seine Arme immer liebevoll Bazookas. Über einen langen Zeitraum hatte er sich in jeden Oberarm drei Liter Flüssigkeit gespritzt, um so die größtmöglichen Muskeln zu bekommen.

Am Ende erreichten sie so laut "Sun" einen Umfang von ungefähr 24 Zoll (60 Zentimeter). Doch hatte er sich nicht, wie zuerst angenommen, das übliche Synthol injiziert (TAG24 berichtete).

Um Geld zu sparen, nahm er billige und völlig handelsübliche Vaseline. Seine Arme waren fortan ständig rot, angeschwollen und hatten eine erhöhte Temperatur.

Dr. Melnikow von der Ersten Staatlichen Medizinischen-Setschenow Universität Moskau beschreibt, welch schlimme Auswirkungen Vaseline außerdem auf den Körper haben kann:

"Als Ergebnis stirbt das Gewebe ab und es entsteht eine Narbe, die so hart ist wie ein Baum. Mann kann sogar drauf klopfen und bekommt das übliche Geräusch zu hören. Vaseline betrifft den ganzen Körper, insbesondere die Nieren. [...] Es ist traumatisch für den Körper und endet ohne medizinische Behandlung (mit Amputation) oder sogar mit dem Tod."

Und auch beim russischen "Popeye" wurden die Symptome immer schlimmer.

Mehrere Operationen warten jetzt auf Tereshin

Oberarme und Körper standen in einem völlig unrealistischen Verhältnis zueinander.
Oberarme und Körper standen in einem völlig unrealistischen Verhältnis zueinander.  © Screenshot/Instagram/alana_mamaeva

Schwäche und hohes Fieber plagten den MMA-Kämpfer und brachten ihn zum Umdenken. Allerdings hatte er für eine Operation kein Geld, so "Gannikus".

Mithilfe von Alana Mameva (32), eine Aktivistin im Kampf gegen verpatzte plastische Operationen, sammelte er Spenden für seine Behandlung. Und tatsächlich kam genügend zusammen.

Vor der ersten Operation zeigte sich Kirill Tereshin kampfesmutig: "Ich bin bereit, ich habe nicht einmal Angst."

Sie verlief erfolgreich, dennoch ist es ein langer Weg bis zur vollständigen Genesung, so Dr. Melnikow:

"Er hat sich einer komplexen zweistündigen Operation unterzogen und steht vor weiteren Operationen. [...] Im Moment habe ich die beschädigten Gewebe nur von einem Arm entfernt. Vaseline sättigt die Muskeln, das Hautgewebe und die Haut."

Vaseline wird in Russland immer mehr für billige Schönheitskorrekturen verwendet. Vor allem Frauen verfallen dem scheinbaren Reiz einer billigen Alternative und wissen nicht, welch schlimme Konsequenzen das haben kann.

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