Was hat dieser Mann mit dem Verschwinden von Maddie McCann zu tun?

Sergey Malinka rückte schon zweimal ins Fadenkreuz der Ermittler.
Sergey Malinka rückte schon zweimal ins Fadenkreuz der Ermittler.

Praia da Luz - In kaum einem anderen Vermisstenfall wurde so intensiv ermittelt, wie in dem der verschwundenen dreijährigen Madeleine McCann. Doch was passiert, wenn man selbst plötzlich ins Fadenkreuz von Sherlock Holmes gerät?

Sergey Malinka, heute 32, war gerade erst mit seinen Eltern nach Portugal immigriert, lebte in dem Ferienort an der Algarve, wo auch die britische Ärztefamilie McCann ihren Sommerurlaub verbrachte.

Der junge Mann jobbte in einem Restaurant und hatte überhaupt keine Ahnung, wie der 3. Mai 2007 sein Leben für immer auf den Kopf stellen würde.

Denn an jenem Abend gingen die Kate und Gerald McCann mit drei befreundeten Paare in einem Restaurant der Ferienanlage "Ocean Club" essen, während sie die kleine Maddie und die zweijährigen Zwillinge Schlafen gelegt hatten. Alle halbe Stunde schaute jemand nach den Kindern, doch als die McCanns gegen 22 Uhr in ihr Appartment kamen, war ihre Tochter verschwunden.

Ein Fenster, das zuvor geschlossen war, fanden sie geöffnet vor. Sofort alarmierten die Eltern die Polizei: Der Anfang von jahrelangen Ermittlungen.

Madeleine McCann ist seit über zehn Jahren verschwunden. Bis heute gibt es keine heiße Spur.
Madeleine McCann ist seit über zehn Jahren verschwunden. Bis heute gibt es keine heiße Spur.  © DPA

Auch Sergey Malinka war Teil der Ermittlungen. Denn der damals 22-Jährige telefonierte gegen 23.30 Uhr an jenem Abend über eine Stunde lang mit einem portugiesischem Geschäftsmann.

Grund genug für die Ermittler, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen, was dazu führte, dass er auch in den Medien als Verdächtiger erwähnt wurde.

Von diesem Tag an, war es mit einem normalen Leben geschehen. Auf sein Auto wurden Brandanschläge verübt und jemand schrieb in blutroten Buchstaben "FALA" an sein Haus: Auf Deutsch bedeutet das "Sprich".

Nun hat der Computerexperte ein Buch über diese schweren Jahre geschrieben. Übersetzt heißt der Titel "Kollateral-Schaden".

"Sie haben mich unter Druck gesetzt, irgendwelche Aussagen über Maddies Verschwinden zu machen. Ich habe alles verloren: Meinen Job, meine Freunde und all meine Hoffnung".

Zwar wurde den Ermittlern schnell klar, dass Sergey tatsächlich nichts mit der Tat zu tun hat und den ganzen Abend bei seiner Familie verbrachte, doch sein Gesicht verbinden viele in dem kleinen Ort an der Algarve immer noch mit dem vermissten Mädchen.

Durch die Veröffentlichung seines Romans will er den Schatten der Vergangenheit endlich los werden - auch weil er bald selbst Vater wird und endlich ein normales, geregeltes Familienleben führen möchte.

Bis heute tappt die Polizei im Dunkeln wenn es um das Verschwinden der Dreijährigen geht.


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