Finanzminister: Keine Job-Garantie für Porzellanmacher in Meißen

Meißen - Die schwächelnde staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen baut derzeit 201 Jobs ab - das ist jede dritte Stelle. Finanzminister Hartmut Vorjohann (56, CDU) stellt nun klar: Eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter kann es nicht geben!

Finanzminister Hartmut Vorjohann (56, CDU) kann den Mitarbeitern keine Jobsicherheit versprechen.
Finanzminister Hartmut Vorjohann (56, CDU) kann den Mitarbeitern keine Jobsicherheit versprechen.  © Holm Helis

Diese würde den Fortbestand des Unternehmens gefährden, weil die Manufaktur nicht in der Lage sei, die Personalkosten in diesem Umfang zu erwirtschaften, so Vorjohann in einer Stellungnahme.

"Die Beschäftigungsgarantie wäre weder EU-beihilferechtlich noch betriebswirtschaftlich darstellbar", so Vorjohann.

Die Linke hatte per Antrag von der Staatsregierung gefordert, ein Personalkonzept inklusive Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter zu entwickeln.

Der Jobabbau sei in dieser Größenordnung notwendig: "Um das mit einer Personalkostenquote von derzeit 75 Prozent sehr personalkostenintensive Unternehmen ausgabenseitig zu entlasten", so der Minister.

Nach früheren Angaben könnten dadurch 8,5 Millionen Euro eingespart werden. "Die Ursachen für die jetzige Situation liegen unter anderem im geänderten Verbraucherverhalten und der geänderten Marktsituation", so Vorjohann.

Der Umsatz der Manufaktur lag 2018 bei 38 Millionen Euro. Vorjohanns Vor-Vorgänger im Amt, Georg Unland (66, CDU), hatte 2017 noch von einem angepeilten Jahresumsatz von 50 Millionen Euro gesprochen. Die Manufaktur kämpft mit Millionenverlusten.

Nicht nur Jobs werden derzeit gestrichen, sondern auch Shops geschlossen. 17 Millionen Euro müssen insgesamt eingespart werden, so Vorjohanns Amtsvorgänger Matthias Haß (52, CDU) im November.

Eine Porzellanmalerin von Meissen. Die Manufaktur blieb weiter hinter ihren Umsatzzielen zurück.
Eine Porzellanmalerin von Meissen. Die Manufaktur blieb weiter hinter ihren Umsatzzielen zurück.  © dpa/Monika Skolimowska
Im November kündigte Meissen an, jede dritte Stelle zu streichen. Übrig bleiben sollen 418 Stellen.
Im November kündigte Meissen an, jede dritte Stelle zu streichen. Übrig bleiben sollen 418 Stellen.  © dpa/Monika Skolimowska
Die Porzellan-Manufaktur in Meißen schwächelt.
Die Porzellan-Manufaktur in Meißen schwächelt.  © Norbert Neumann

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