Post bekräftigt: Keine Extra-Gebühr für Paket-Zustellung an der Haustür

Bonn - Die Deutsche Post hat bekräftigt, dass sie Pakete auch künftig ohne Mehrkosten direkt bis an die Haustür der Empfänger bringt.

Die "letzte Meile" bei der Paket-Zustellung gilt bei Dienstleistern als besonders zeitintensiv und teuer.
Die "letzte Meile" bei der Paket-Zustellung gilt bei Dienstleistern als besonders zeitintensiv und teuer.  © DPA

"Wir glauben nicht, dass wir eine Extragebühr für die 'letzte Meile' von unseren Kunden erheben müssen", sagte Post-Chef Frank Appel am Donnerstag im Nachrichtensender n-tv.

Die Haustürzustellung sei "Teil unseres Leistungs-Versprechens". Die "letzte Meile" - also der letzte Abschnitt bis zur Paketübergabe - gilt als besonders zeitintensiv und teuer für die Paket-Dienstleister. Ähnlich hatte sich Appel schon früher geäußert.

Die Paketdienste DPD und Hermes rechnen hingegen damit, dass Haustür-Bestellungen künftig standardmäßig teurer sind als Lieferungen an Paketshops oder Paketstationen.

Wettbewerber GLS sieht das ähnlich. Teilweise haben die Firmen bereits in Verträgen mit Online-Händlern Preisunterschiede festgeschrieben, der Regelfall ist das aber nicht.

Hermes verweist auf Länder wie Schweden, wo die Haustürzustellung schon lange extra koste. Hermes und DPD gewähren Online-Händlern bereits Rabatte, wenn deren Kunden zu Paketshops und Paketstationen kommen und die Sendungen nicht erst an der Haustür entgegennehmen.

Deutsche Post muss Gewinn-Einbruch verkraften

Vorstandschef Frank Appel sieht die Post trotz des Gewinn-Einbruchs auf Kurs.
Vorstandschef Frank Appel sieht die Post trotz des Gewinn-Einbruchs auf Kurs.  © DPA

Die Deutsche Post teilte außerdem am Donnerstag mit, dass das Unternehmen im abgelaufenen Jahr einen Gewinneinbruch im Brief- und Paketgeschäft hinnehmen musste.

Der Logistik-Riese konnte seinen Umsatz zwar um knapp zwei Prozent auf 61,6 Milliarden Euro steigern.

Der Überschuss brach aber wegen einer höheren Steuerlast um fast ein Viertel auf rund 2,1 Milliarden Euro ein. Die Aktionäre sollen dennoch eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten.

Vorstandschef Appel sieht die Post trotz des Gewinn-Einbruchs dank der eingeleiteten Sanierungs-Schritte auf Kurs.

Im Jahr 2020 solle wie geplant ein operativer Gewinn von mehr als 5 Milliarden Euro erzielt werden, wie aus der Präsentation zur Jahresbilanz hervorgeht.

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