Pharma-Skandal: Mindestens 220 Berliner schluckten unwirksame Krebs-Medikamente!

Potsdam/Berlin - Im Skandal um den Handel mit gestohlenen und gefälschten Krebsmedikamenten (TAG24 berichtete) hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD) eine umfassende Aufklärung zugesagt.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD) verspricht Aufklärung im Pharma-Skandal. (Bildmontage)
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD) verspricht Aufklärung im Pharma-Skandal. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Es müsse geklärt werden, was bei der Aufsicht und Kontrolle schief gelaufen sei, sagte Woidke am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des Potsdamer Landtags.

Zudem müsse das schwer erschütterte Vertrauen der Bürger wiederhergestellt und geprüft werden, ob die Regeln für den Arzneimittelhandel auch auf bundes- und europaweit ausreichten.

Bei dem Skandal geht es um das brandenburgische Pharmaunternehmen Lunapharm, das jahrelang in Griechenland gestohlene Krebsmedikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer ausgeliefert haben soll (TAG24 berichtete).

In der Region Berlin/Brandenburg sind nach Erkenntnissen der Berliner Behörden mindestens 220 Patienten betroffen.

Nach aktuellem Stand seien insgesamt drei Apotheken in Berlin mit den infrage stehenden Medikamenten beliefert worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Die Apotheken belieferten demnach 14 Arztpraxen in Berlin sowie vier Praxen und eine Rehaklinik in Brandenburg.

Die Medikamente seien dort in Chemotherapien eingesetzt worden. Laut Angaben ist weiter unklar, ob die Arzneien womöglich gesundheitsschädlich oder unwirksam waren.

Update, 16.59 Uhr

Vom Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten sind neben Berlin und Brandenburg mindestens noch fünf weitere Bundesländer betroffen. Auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur gab es am Donnerstag entsprechende Antworten von Behörden in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Bayern. Aus anderen Bundesländern lagen zunächst keine Rückmeldungen vor. Unklar ist weiter, wie viele Patienten insgesamt die Medikamente bekamen und ob diese weniger wirksam waren.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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