Diskussion um neues Bestattungsgesetz: Gibt's bald Schmuck aus Asche der Toten?

Potsdam - Einen funkelnden Diamanten aus der Asche der verstorbenen Oma pressen lassen und zur Erinnerung an einer Kette um den Hals tragen? Wandern die sterblichen Überreste der Eingeäscherten quasi vom Krematorium in die Schmuckschatulle?

Landet schon bald nicht mehr die komplette Asche in der Urne, sondern in der Schmuckschatulle? (Bildmontage)
Landet schon bald nicht mehr die komplette Asche in der Urne, sondern in der Schmuckschatulle? (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

In Brandenburg wird derzeit über eine Neufassung des Bestattungsgesetzes aus dem Jahr 2001 diskutiert. Bislang muss die komplette Asche beigesetzt werden.

Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen haben sich am Montag gegen die Möglichkeit ausgesprochen, die Herstellung von Schmuckstücken oder Diamanten aus Teilen der Totenasche zu erlauben.

"Der Mensch sollte nicht zu einer Sache gemacht werden, die von einzelnen Personen in Besitz genommen wird", sagte die Leiterin des Katholischen Büros Berlin-Brandenburg, Martina Köppen, in Potsdam.

Ähnlich äußerte sich der Beauftragte der Evangelischen Kirche bei den Ländern Berlin und Brandenburg, Martin Vogel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Bei der Verabschiedung des Gesetzes Ende Juni sollen die Abgeordneten im Brandenburger Landtag rein nach dem Gewissen entscheiden, einen Fraktionszwang soll es nicht geben, wie mehrere Fraktionen bereits ankündigten.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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