Plötzlicher Todesfall: Prozess um Giftmord an Kleinkind geplatzt

Feige versteckt der Angeklagte sein Gesicht. (Archiv)
Feige versteckt der Angeklagte sein Gesicht. (Archiv)  © DPA

Potsdam – Der Prozess um den mutmaßlichen Giftmord an ein Kleinkind muss von vorn beginnen. Grund dafür ist ein Todesfall.

Vor dem Potsdamer Landgericht steht läuft der Prozess gegen den Stiefvater (37) eines anderthalbjährigen Jungen. Er soll das Kind vorsätzlich mit einem Cocktail aus Schmerz- und Schlaftabletten getötet haben. Schon monatelang vor dem Tod des Kindes soll der Mann ihm immer wieder derartige Medikamente mit seinem Brei oder sehr süßem Tee gegeben haben, um das quengelnde Kind ruhig zu stellen.

Seit zwei Monaten läuft der Prozess bereits. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Dennoch hatte der Staatsanwalt bereits am vergangenen Donnerstag sein Plädoyer gehalten und lebenslänglich gefordert. Außerdem hatte er gefordert, die besondere schwere der Schuld festzustellen. Dies würde bedeuten, dass er bei einer Verurteilung nicht nach 15 Jahren wieder frei kommt. Am Donnerstag sollte das Urteil fallen.

Doch jetzt muss der Prozess neu aufgerollt werden. Denn völlig überraschend ist ein 67-jähriger Schöffe am Wochenende gestorben. Wie ein Gerichtssprecher bestätigte, musste der Mann am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort sei er dann verstorben.

Jetzt geht es in dem Prozess noch einmal von vorne los. Alle Zeugen und Sachverständigen müssen noch einmal vorgeladen und angehört werden. "Der Prozess muss sehr bald beginnen, weil der Angeklagte in Untersuchungshaft sitzt", sagte Gerichtssprecher Beck zur Berliner Zeitung.

Titelfoto: DPA


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