BAMF-Präsident Schmidt tritt zurück!

Manfred Schmidt tritt zurück.
Manfred Schmidt tritt zurück.

Berlin - Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, tritt zurück.

Wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag mitteilte, bat Schmidt aus "persönlichen Gründen" darum, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Innenminister Thomas de Maizière habe dieser Bitte entsprochen.

Über einen Nachfolger war zunächst nichts bekannt.

Schmidt war seit Dezember 2010 Präsident des BAMF in Nürnberg. Seine Behörde war zuletzt immer stärker in die Kritik geraten, weil es nicht gelungen war, die Kapazitäten des Amtes zügig auszuweiten.

Derzeit stauen sich dort mehr als 250.000 Asylanträge.

Innenminister Thomas de Maizière (re.) bescheinigt Schmidt "hervorragende Arbeit geleistet" zu haben.
Innenminister Thomas de Maizière (re.) bescheinigt Schmidt "hervorragende Arbeit geleistet" zu haben.

De Maizière bescheinigte Schmidt in einer Mitteilung gleichwohl, "hervorragende Arbeit geleistet" zu haben.

"Die dramatisch gestiegenen Zahlen von Asylsuchenden in Deutschland stellen neben den Ländern und Kommunen auch das Bundesamt vor enorme Herausforderungen", hieß es.

Damit die Behörde "in dieser Ausnahmesituation ihre Aufgaben bewältigen" könne, seien auch dank Schmidts Einsatz "Personal, Stellen und Haushaltsmittel in großem Umfang bereitgestellt worden".

Bund und Länder streben angesichts des Rekordandrangs von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisenländern schnellere Asylverfahren und eine raschere Abschiebung nicht anerkannter Bewerber an.

Bei 53 Prozent der insgesamt rund 276.000 Altfälle steht eine Entscheidung über den Asylantrag seit einem halben Jahr aus, 25 Prozent der unbearbeiteten Asylanträge wurden sogar schon vor mehr als einem Jahr gestellt.

Laut BAMF werden derzeit vorrangig Anträge Asylsuchender vom Westbalkan bearbeitet, die nur äußerst geringe Aussichten auf Anerkennung haben.

Zusätzliche Stellen beim BAMF muss die Bundesregierung schaffen. Wegen der späten Bereitstellung neuer Jobs bei der Behörde in größerem Umfang - erst im Frühsommer - war auch de Maizière in die Kritik geraten.

Nun sind rund 600 Mitarbeiter eingestellt, bis Ende November sollen weitere 400 Stellen besetzt sein. Zum Jahresbeginn war die Zahl der Mitarbeiter bereits um 350 aufgestockt worden.

Fotos: dpa


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