"Putzteufel" wollen Graffiti an Prager Brücke beseitigen, doch nun werden sie von der Polizei gejagt

Prag - Denkmalschändung einmal andersherum. Unbekannte haben ein Graffiti von der Prager Karlsbrücke eigenmächtig entfernt und damit alles noch schlimmer gemacht. Nun sucht die Polizei nach den "Tätern".

Als einen "Akt der kulturellen Barbarei" bezeichnete der deutsche Botschafter die Tat zweier Touristen.
Als einen "Akt der kulturellen Barbarei" bezeichnete der deutsche Botschafter die Tat zweier Touristen.  © Michal Kamaryt/CTK/dpa

Kennt Ihr das, Ihr wollt eine edle Tat vollbringen und verschlimmbessert die Situation damit umso mehr? So jetzt auch in Prag geschehen!

Unbekannte haben dort an der Karlsbrücke eigenmächtig ein Graffiti entfernt, das zwei deutsche Touristen in diesem Monat angebracht hatten.

Anstatt sich darüber zu freuen, waren Polizei und Stadt jedoch entsetzt. Grund dafür sind das Alter der Brücke sowie die beim Bau vor über 600 Jahren verwendeten Materialien.

Gerade die Steine sind äußerst porös und verlangen eine fachgerechte Behandlung bei der Reinigung.

Und genau das ist das Problem. Die Reinigung der "Übeltäter" erfolgte äußerst unprofessionell, wie sich Barbora Líšková vom Technischen Dienst der Stadt Prag gegenüber Radio Prag äußerte. Im Gestein sind Farbreste zurückgeblieben, zudem besteht der Verdacht, dass Lösungsmittel in die Fugen gelaufen sein könnte.

Um herauszufinden, welche Mittel verwendetet wurden, entnahm der zuständige Restaurator Gesteinsproben. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird er mit seiner Arbeit, die jetzt wohl noch um einiges komplizierter wird, fortfahren.

Die Polizei sucht indes nach den Putzverbrechern, Strafanzeige wurde bisher nicht gestellt.

Rückblick: Deutsche Touristen beschmieren Karlsbrücke

Auslöser des kuriosen Vorfalls waren zwei deutsche Touristen im Alter von 23 und 30 Jahren. Diese hatten auf ihrem Ausflug nach Prag Mitte Juli, angeblich im betrunkenen Zustand, die Karlsbrücke mit einem Graffiti beschmiert.

Ein Gericht verurteilte sie daraufhin zu je einem Jahr auf Bewährung, 100.000 Kronen (rund 4.000 Euro) Strafe und verhängte zudem ein 5-jähriges Einreiseverbot. Gegen das Urteil legten die beiden Einspruch ein. Eine Verhandlung ist für September angesetzt.

Angeblich war ihnen bei der Aktion die Bedeutung der Brücke nicht bewusst. Welch ein intellektuelles Armutszeugnis!

Titelfoto: Michal Kamaryt/CTK/dpa


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