Druck auf Maddie McCanns Eltern: Warum lassen sie keine neuen Fotos berechnen?

Praia da Luz (Portugal) - Das Verhalten der Eltern von Madeleine McCann ist seit dem Verschwinden des Kindes immer wieder kritisch beäugt und hinterfragt worden. Kurz nachdem ein chinesischer Junge, der - genau wie Maddie - im Alter von drei Jahren verschwand, nun nach 18 Jahren wiedergefunden wurde, wächst der Druck erneut.

Mit einer heute veralteten Technik ließen die McCanns einst die neunjährige Maddie berechnen.
Mit einer heute veralteten Technik ließen die McCanns einst die neunjährige Maddie berechnen.  © findmadeleine.com

Mit hochmoderner Technologie wurde das Gesicht des seinerzeit drei Jahre alten Yu Weifing (21) auf Fotos so geschickt "hochgerechnet", dass man ihn jetzt im Alter von 21 Jahren doch noch fand (TAG24 berichtete).

Schnell wurde vor allen Dingen in Großbritannien die Frage laut, warum Kate und Gerry McCann nicht auch diese Technik nutzen wollen, um Bilder von der heute 16-jährigen Maddie erstellen zu lassen?

Laut "SUN" äußerte sich jetzt ein enger Freund der McCanns zu den aktuellen Geschehnissen: "Diese unglaubliche Nachricht, dass ein Kind nach so langer Zeit und mit neuer Fototechnologie gefunden wurde, wird Kate und Gerry neue Hoffnung geben."

Aber warum handeln die McCanns dann nicht, veröffentlichten stattdessen kürzlich einen Aufruf auf Facebook, in dem sie ihre Mitmenschen darum baten, mit alten Plakaten des Kindes auf den Fall Maddie McCann aufmerksam zu machen (TAG24 berichtete)?

Sprecher Clarence Mitchell gießt weiteres Öl ins Feuer

Wäre die Berechnung neuer Bilder zu schmerzvoll für die McCanns?
Wäre die Berechnung neuer Bilder zu schmerzvoll für die McCanns?  © DPA

Der Freund der McCanns erklärte dies wie folgt: "Falls und wenn die Metropolitan Police Kate und Gerry nahelegt, dass neue Bilder von Madeleine als Teenagerin ihre Ermittlungen unterstützen könnten, werden sie nachdrücklich in Betracht ziehen, den Prozess erneut zu durchlaufen. Sie haben jedoch gezögert, weil das Verfahren langwierig, kostspielig und emotional anstrengend ist."

In Zeiten, in denen User mit der schon recht guten FaceApp "berechnen" können, wie sie im Alter aussehen, wirkt dieses Zögern fast schon befremdlich.

Und so sagt auch der Freund der McCanns: "Sie wurden von Experten in den USA daran erinnert, dass wirklich neue Bilder erstellt werden sollten..."

Auch der Sprecher der McCanns, Clarence Mitchell, goss weiteres Öl ins Feuer und sagte unter anderem: "Einige Leute suchen immer noch nach dem süßen kleinen Mädchen in roter Kleidung oder mit um Tennisbälle geschlungenen Armen. Manchmal, wenn es mögliche Sichtungen gibt, wird darin von einem kleinen Mädchen berichtet. Es ist, als ob die Zeit stehengeblieben wäre."

Mit ihrer Plakat-Aktion, die ein Kind zeigt und keine 16-jährige Teenagerin, tun sich die McCanns daher vermutlich keinen Gefallen. Bleibt zu hoffen, dass sie sich eines besseren besinnen und endlich mit der modernen Technologie arbeiten.

Der Fall aus China beweist es: Maddie McCann, die am 3. Mai 2007 in Portugal verschwand, könnte so doch noch gefunden werden!

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