Ermittlungen im Fall Maddie McCann sinnlos? Kommissar, der Fall übernehmen sollte, lässt Bombe platzen

Praia da Luz (Portugal) - Er löste mehr als 30 Mordfälle für die Londoner Polizei, wurde berühmt, als er den englischen Serienkiller Levi Bellfield fasste: Colin Sutton sollte einst den Fall Maddie McCann übernehmen. Doch dann bekam er einen mysteriösen Anruf, der ihn stutzig machte, berichtet "nine.com.au".

Kate und Gerry McCann hoffen noch immer, dass ihre Tochter Maddie wieder auftaucht (Archivbilder).
Kate und Gerry McCann hoffen noch immer, dass ihre Tochter Maddie wieder auftaucht (Archivbilder).  © DPA

Der australischen News-Seite sagte Sutton, dass er von dem Anrufer aufgefordert wurde, den Job nicht anzunehmen. Doch damit nicht genug. Der Londoner Kommissar ergänzte am vergangenen Freitag laut "nine.com.au" Folgendes:

"Mir wurde privat von einem hochrangigen Offizier erzählt, dass es eine Untersuchung sein würde, bei der einem gesagt würde, welche Dinge man sehen könne und welche nicht."

Und weiter: "Die Aufgabe und der Fokus der Operation Grange waren so eng gefasst, dass sie wahrscheinlich von Anfang an stockten und keine Chance hatten, erfolgreich zu sein."

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Sutton kritisierte in dem Gespräch, dass die Äußerungen von hochrangigen Vertretern darauf hindeuteten, dass nur in eine Richtung ermittelt würde, nämlich ob Maddie entführt wurde.

Die Kritik wollte der ehemalige Ermittler Jim Gamble nicht auf sich sitzen lassen, äußerte sich ebenfalls gegenüber "nine.comau" über die Operation Grange:

"Ich glaube nicht, dass sie ein Misserfolg ist. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt. Es werden Beweise gesammelt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft helfen könnten, jemanden zur Rechenschaft zu ziehen."

Martin Ney soll doch nicht im Fokus stehen

Kann sich über vieles im Fall Maddie nur noch wundern: Top-Ermittler Colin Sutton.
Kann sich über vieles im Fall Maddie nur noch wundern: Top-Ermittler Colin Sutton.  © Twitter/Screenshot/@colinsutton

Was das für Beweise sein sollen und warum die Ermittler das kostenlose Hilfsangebot von Dr. Mark Perlin bisher nicht angenommen haben, 18 DNA-Proben mit modernster Technik erneut zu analysieren (TAG24 berichtete), weiß Colin Sutton nicht. Er wundert sich stattdessen darüber, dass die aktuellen Ermittler dieses Angebot ignorieren.

Um einen echten Rohrkrepierer handelte es sich bei der Nachricht, die vor wenigen Tagen durch die britischen Medien ging: Demnach sollte aktuell der deutsche Kindermörder Martin Ney (48) im Fokus der Ermittlungen stehen (TAG24 berichtete).

Diese Nachricht erwies sich kurz darauf als falsch. Am Mittwoch berichtet die "SUN", dass die Eltern von Madeleine McCann in großer Sorge sind, weil die Presse unbedingt wissen will, gegen wen in Wirklichkeit aktuell ermittelt wird. Der Täter bekäme so schließlich einen Zeitvorsprung und könnte entsprechende Maßnahmen ergreifen.

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Damit ist zwölf Jahre, nachdem Maddie am 3. Mai 2007 im portugiesischen Praia da Luz verschwand, wieder vollkommen offen, wie weit die Ermittlungen wirklich sind.

Glaubt man Colin Sutton, werden sie wohl nie zu einem Ergebnis führen!

Titelfoto: DPA

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