So steigen die Preise durch den Mindestlohn

Friseurin Susann Raack (28) arbeitet im Salon Klier im Kaufpark-Nickern. Wegen des Mindestlohns kostet ein Haarschnitt von ihr ab August mehr.
Friseurin Susann Raack (28) arbeitet im Salon Klier im Kaufpark-Nickern. Wegen des Mindestlohns kostet ein Haarschnitt von ihr ab August mehr.

Von Antje Meier

Dresden - Ein Monat ist vergangen, seit der Mindestlohn von 8,50 Euro auch in Sachsen Einzug hielt. In Dresden macht er sich nun mit ersten Preissteigerungen bemerkbar ...

„Eine erste grobe Befragung ergab, dass 49 Prozent der Befragten ihre Preise für Produkte und Dienstleistungen bereits erhöht haben bzw. dies beabsichtigen“, erklärt Lars Fiehler, Sprecher der Industrie- und Handelskammer Dresden.

„Die jeweiligen Preiserhöhungen liegen in der Regel zwischen 10 und 25 Prozent.“ Begründet werden die Teuerungen mit den gestiegenen Lohnkosten.

Der Konsument spürt die Preissteigerungen vor allem an der Ladentheke – etwa bei den hiesigen Fleischern und Bäckern, sagt Claudia Fischer von der Handwerkskammer (HWK) Dresden.

„Wir haben unsere Preise quer durchs ganze Sortiment angepasst“, erzählt Mathias Möbius (50), Chef der Bäckerei Möbius. 15 Filialen hat die Bäckerei in Dresden, beschäftigt hier rund 110 Mitarbeiter. So stieg etwa der Preis fürs Doppelbrötchen von 43 Cent, um etwa 9 Prozent, auf 47 Cent.

Möbius: „Damit sind wir aber noch immer sehr preiswert.“

Bereits Mitte Dezember hoben auch Taxiunternehmen vorsorglich ihre Preise an. So stieg etwa der Grundpreis von 2,80 Euro auf 3,90 Euro – um satte 39 Prozent.

Ebenfalls frühzeitig die Preise angezogen haben viele Friseure. Grund ist hier die gestaffelte Einführung des Mindestlohns.

So erhöhte sich im August 2014 der Mindestlohn zunächst auf 7,50 Euro, ehe er im kommenden August auf 8,50 Euro angehoben wird.

Die Friseurkette Klier mit elf Salons und 58 Mitarbeitern in Dresden kündigt schon jetzt erneute Preisanpassungen an.

So zahlen Frauen ab 1. August für Waschen/Schneiden/Föhnen statt 37 Euro dann 41 Euro. Ein Plus von fast 11 Prozent.

Bei den Männern wird der Preis für Waschen/Schneiden/Stylen um neun Prozent auf 24,50 Euro steigen.

Weitere Preissteigerungen seien auch im Lebensmittelbereich zu erwarten, macht Iris Kloppich vom DGB Bezirk Sachsen Region Dresden-Oberes Elbtal klar.

Nämlich dann, wenn zum Beispiel die Weinlese oder Ernte beginnt.

Aber Lars Fiehler warnt auch: „Ganz sicher wird es auch eine Zahl von Gewerbetreibenden geben, die die Diskussion um den Mindestlohn als gute Gelegenheit sehen, ihre Preise ebenfalls anzupassen.“

Auch beim Bäcker muss tiefer in die Tasche gegriffen werden.
Auch beim Bäcker muss tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Fotos: Eric Münch, Thomas Türpe


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